Microsoft weitet die Verfügbarkeit seiner Technologie Advanced Shader Delivery (ASD) im Laufe des Oktobers 2026 auf alle aktuellen und älteren Nvidia-Grafikprozessoren unter Windows 11 aus. Die Funktion soll lange Shader-Kompilierungszeiten beim ersten Spielstart drastisch verkürzen und Wartezeiten von mehreren Minuten auf wenige Sekunden senken.
Breite Unterstützung für Nvidia RTX und Intel Arc
Wie Wendy Ho, Programmmanagerin für DirectX bei Microsoft, in einem Blogbeitrag mitteilte, wird die bislang primär auf AMD-Hardware beschränkte Technik nun für ein deutlich breiteres Hardware-Spektrum geöffnet. Neben sämtlichen NVIDIA RTX-Grafikkarten – explizit eingeschlossen sind frühere Baureihen wie die RTX 2000- und 3000-Serien – werden auch Geräte der Plattform RTX Spark abgedeckt.
Parallel erhält Intel Zugriff auf das System: Neben den dedizierten Modellen Intel Arc B570 und B580 profitieren auch die integrierten Grafikeinheiten der Prozessorreihen Core Ultra Series 2 und Series 3. Genaue Mindestanforderungen an die Treiberversionen für Nvidia- und Intel-Chips stehen laut Microsoft allerdings noch aus; für AMD-Systeme (RDNA 1 bis 4) und Qualcomm-Plattformen existieren diese bereits.
Funktionsweise: Shader aus der Microsoft-Cloud
ASD setzt auf eine Cloud-gestützte Auslieferung vorberechneter Daten. Normalerweise berechnet der PC Shader-Programme – also Algorithmen zur Darstellung von Licht, Schatten und Oberflächen – beim ersten Spielstart lokal auf der eigenen GPU. Advanced Shader Delivery lädt stattdessen passende Pipeline State Objects (PSOs) für die jeweilige Hardware-Treiber-Kombination direkt aus der Cloud herunter. Microsoft beziffert die Zeitersparnis bei der initialen Kompilierung auf rund 95 Prozent.
Neben dem beschleunigten Startvorgang soll die Lösung das sogenannte Shader-Stuttering verringern, also kurze Bildruckler, die auftreten, wenn während des Spielgeschehens unvorbereitete Shader ad hoc berechnet werden müssen. Eine Erhöhung der durchschnittlichen Bildwiederholrate (FPS) bewirkt ASD hingegen nicht.
Voraussetzungen und erste Spiele
Um die Technologie nutzen zu können, müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein:
- Als Betriebssystem wird mindestens Windows 11 ab Version 24H2 vorausgesetzt.
- Das jeweilige Spiel muss über die Xbox PC App installiert sein.
- Entwickler müssen ihre Titel vorbereiten und Daten im Xbox Partner Center hinterlegen.
Ein aktives System wird Spielern beim Programmstart durch eine Einblendung bestätigt. Als Vorzeigetitel dient „Gears of War: E-Day“, das auf Handhelds Ladezeiten von rund 20 Sekunden statt üblicher 15 Minuten erreicht. Die ASD-Unterstützung für Nvidia- und Intel-Karten soll hier im Monatsverlauf folgen. Für den 23. Oktober 2026 ist mit „Call of Duty: Modern Warfare 4“ bereits der nächste unterstützte Titel angekündigt.
Was Spieler jetzt tun sollten
Nutzer von Windows 11 sollten prüfen, ob ihr System auf Version 24H2 aktualisiert ist, und künftig auf neue Grafikkartentreiber von Nvidia und Intel achten, sobald diese mit offizieller ASD-Zertifizierung bereitgestellt werden. Wer Titel über andere Plattformen als die Xbox PC App bezieht, profitiert zunächst nicht von der Cloud-Auslieferung.
Quellen: Borncity.com









