Das Team hinter Raspberry Pi OS hat frische System-Images herausgegeben, die den hauseigenen Desktop spürbar auffrischen. Die Aktualisierung richtet sich an alle Nutzer des Einplatinenrechners und bringt moderne Komfortfunktionen, lässt sich auf Wunsch aber auch im bisherigen, klassischen Look weiterbetreiben.
Neues Dock und flexibler App-Starter
Die Desktop-Oberfläche von Raspberry Pi OS basierte ursprünglich auf LXDE, nutzt heute im Hintergrund jedoch den Wayland-Compositor labwc. Während die technische Basis schrittweise modernisiert wurde, erinnerte die grafische Oberfläche mit ihrer starren Leiste optisch und funktionell bisher an Desktops älterer Tage. Dem begegnen die Entwickler nun mit einer behutsamen Modernisierung, wie Heise Online berichtet.
Das Kernstück des Updates ist ein neu eingeführtes Icon-Dock. Dieses lässt sich entweder ergänzend zur bestehenden Taskleiste oder als alleiniges Bedienelement platzieren. Hinter dem bekannten Himbeer-Symbol öffnet sich ein neuer grafischer Anwendungsstarter, der installierte Programme als übersichtliches Vollbild- oder Desktop-Overlay darstellt und eine integrierte Suchfunktion mitbringt. Icons lassen sich wahlweise alphabetisch oder nach Kategorien sortieren und per Drag & Drop frei anordnen. Über das Kontextmenü lassen sich Verknüpfungen direkt an das Dock anheften.
Für die Leiste stehen im Kontrollzentrum diverse Anpassungsmöglichkeiten bereit. Nutzer können dort Farben, Ausmaße und die Bildschirmposition konfigurieren. Auch ein automatisches Ausblenden des Docks, solange der Mauszeiger nicht darüber ruht, lässt sich nun einschalten. Zudem kann die Zeitanzeige im Dock auf ein analoges Zifferblatt umgestellt werden.
Mehr Leistung für schwächere Hardware
Neben den optischen Anpassungen haben die Entwickler den Ressourcenverbrauch optimiert. Bislang zeichnete der Dateimanager für die Anzeige des Desktophintergrunds verantwortlich und lief dafür dauerhaft im Hintergrund. Wird in den Systemeinstellungen die Option „Active Desktop“ deaktiviert, übernimmt das schlanke Tool swaybg die Darstellung des Bildschirmhintergrunds. Das Einbinden externer Datenträger übernimmt in diesem Fall ein dediziertes Ejecter-Plugin.
Diese Umstellung reduziert die RAM-Last messbar und wird von den Entwicklern insbesondere für Raspberry-Pi-Modelle mit weniger als 2 GByte Arbeitsspeicher offiziell empfohlen. Wer seinen Kleinstrechner hingegen nicht als Arbeitsplatz-PC nutzt, sondern auf Spezialsysteme wie Home Assistant OS für den Raspberry Pi setzt, ist von den Änderungen an der Desktop-Grafik nicht betroffen.
Eine weitere Erleichterung betrifft Screenshots: Das Betätigen der Druck-Taste speichert Bildschirminhalte nicht mehr nur stumm im Bilder-Ordner, sondern öffnet ein Auswahlfenster, über das sich die Aufnahme direkt in die Zwischenablage befördern oder in einem Editor öffnen lässt. Die Tastenkombination aus Alt und Druck erlaubt zudem das vorherige Eingrenzen des Bildschirmbereichs.
Was Nutzer jetzt tun können
Die Umgestaltung greift nicht automatisch ein: Alle Design-Neuerungen sind optional und müssen von Anwendern manuell in den Systemeinstellungen aktiviert werden. Wer die gewohnte Bedienung bevorzugt, behält sie ohne Zutun bei.
Für Neuinstallationen stellt das Projekt bereits aktualisierte Systemabbilder bereit. Auf bestehenden Installationen lässt sich die Neuerung über die Konsole mit den Befehlen sudo apt update gefolgt von sudo apt full-upgrade einspielen.
Quellen: Heise – News



















