Seit dem Morgen des 19. Juli 2024 lassen sich weltweit Millionen von Windows-PCs nicht mehr starten: Statt des Desktops erscheint ein Bluescreen. Ursache ist ein fehlerhaftes Update der Sicherheitssoftware CrowdStrike, das den betroffenen Rechnern den Start verweigert.
Wer ist CrowdStrike?
CrowdStrike ist ein 2011 gegründetes US-amerikanisches Cybersicherheitsunternehmen. Es bietet cloudbasierte Sicherheitslösungen an, die auf den Schutz vor Cyberbedrohungen, Endpoint-Sicherheit, Bedrohungsinformationen und die Erkennung von Cyberangriffen spezialisiert sind. Die bekannteste Plattform des Unternehmens ist CrowdStrike Falcon, die Bedrohungen mithilfe von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz in Echtzeit erkennen und abwehren soll.
Workaround gegen den Windows-Bluescreen
Betroffene Systeme lassen sich mit den folgenden Schritten manuell wieder in Gang bringen:
- Starten Sie Windows im abgesicherten Modus oder in der Windows-Wiederherstellungsumgebung.
- Navigieren Sie zum Verzeichnis
C:\Windows\System32\drivers\CrowdStrike. - Suchen Sie die Datei mit der Bezeichnung „C-00000291*.sys“ und löschen Sie sie.
- Starten Sie den Host normal neu.
Reparatur-Tool von Microsoft
Microsoft hat zudem ein eigenes Reparatur-Werkzeug bereitgestellt, das die Wiederherstellung betroffener Endgeräte vereinfacht: New Recovery Tool to help with CrowdStrike issue impacting Windows endpoints.
Die Durchführung der genannten Schritte erfolgt auf eigene Gefahr.
Der Vorfall zeigt, wie stark IT-Infrastrukturen von einzelnen Anbietern abhängen und wie folgenreich ein einziges fehlerhaftes Update sein kann. Die Debatte um digitale Souveränität und weniger Abhängigkeit von einzelnen Herstellern gewinnt dadurch zusätzlich an Gewicht – wie etwa das Beispiel, in dem Mecklenburg-Vorpommern Microsoft SharePoint durch Nextcloud ersetzt.



















