Während der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Berlin hat die Deutsche Telekom gemeinsam mit der Berliner Polizei das Olympiastadion vor unerlaubten Drohnenflügen geschützt. Zum Einsatz kam moderne Technik, die anfliegende Drohnen zuverlässig aufspürte und so die Sicherheit der Zuschauer sowie den reibungslosen Ablauf der Spiele gewährleisten sollte.

Bereits im September 2023 hatte die Berliner Polizei die Telekom mit dem Schutz des Stadions vor Drohnenangriffen beauftragt. Das Team errichtete daraufhin ein Netzwerk aus sechzehn Radiofrequenzsensoren, die an strategisch ausgewählten Standorten installiert wurden. Diese Sensoren analysieren kontinuierlich das Funkspektrum und können so die Position von Drohnen und deren Piloten präzise bestimmen.
Trotz der schwierigen Bedingungen mit bis zu 70.000 lautstarken Fans im Stadion arbeitete das Team diskret und erfolgreich. Bei jedem Spiel wurden Drohnen im Umfeld des Stadions, auf der Fanmeile und im Regierungsviertel entdeckt, was jeweils zu raschen Einsätzen der Sicherheitskräfte führte. Die hohe Trefferquote des Systems fand bei den Beteiligten Anerkennung, und das Team erhielt für seine Arbeit viel Lob.
Die EM brachte der Telekom nicht nur operative Erfolge, sondern auch wertvolle neue Kontakte. Zahlreiche nationale und internationale Sicherheitsdienste zeigten Interesse an den Drohnenschutzlösungen des Unternehmens. Daraus ergaben sich bereits ein neues Projekt in Wien sowie mögliche Aufträge in Ungarn und Indien.
Bereits seit 2016 in der Drohnenabwehr aktiv

Die Geschichte der Telekom im Drohnenschutz begann bereits 2016 mit der Telekom Security GmbH. Zunächst ging es vor allem darum, Industriespionage durch Drohnen zu verhindern. Im Laufe der Jahre wuchs jedoch die Nachfrage nach umfassenderen Schutzlösungen, insbesondere für Städte und kritische Infrastrukturen wie Flughäfen.
Ein entscheidender Durchbruch gelang der Telekom in Zusammenarbeit mit dem israelischen Technologiepartner Vorpal, als sie die Berliner Polizei von der Präzision und Zuverlässigkeit ihres Systems überzeugte. Die Technik basiert auf dem Time-Difference-of-Arrival-Verfahren und bestimmt die Position einer Drohne über die Laufzeit ihres Funksignals. Die Deutsche Flugsicherung hat diese Methode inzwischen als Mindeststandard für Drohnendetektionssysteme anerkannt.
Die Pandemie bremste die Aktivitäten zwischenzeitlich aus, doch mit ihrem Ende und einem wachsenden Sicherheitsbewusstsein – nicht zuletzt durch den Krieg in der Ukraine – erlebte das Drohnenschutzgeschäft einen starken Aufschwung. Der Millionenauftrag der Berliner Polizei markierte den Höhepunkt dieser Entwicklung und bestätigte die Strategie der Telekom, die über Jahre Geduld und Beharrlichkeit bewiesen hatte.
Der Einsatz zeigt, wie eng Sicherheitsfragen und digitale Infrastruktur inzwischen verzahnt sind – ein Thema, das auch andere Bereiche der Netzwelt prägt, etwa der Streit um Netzsperren gegen Piraten-Streams oder die Debatte um Datenschutz bei großen Tech-Konzernen.



















