Das auf juristische KI spezialisierte US-Startup Harvey hat eine neue Finanzierungsrunde über 550 Millionen US-Dollar abgeschlossen und wird damit mit 15,5 Milliarden Dollar bewertet – fast eine Verdopplung des Unternehmenswerts binnen neun Monaten.
Wer investiert
Angeführt wird die am 9. September 2026 bekannt gegebene Runde von der neuen Investmentfirma Diffusion und von Lightspeed Venture Partners. Neu an Bord sind Sapphire Ventures und Whale Rock, hinzu kommen Bestandsinvestoren wie Sequoia, Kleiner Perkins, Andreessen Horowitz, Coatue und Goldman Sachs Alternatives. Insgesamt hat Harvey seit 2023 mehr als 1,55 Milliarden Dollar eingesammelt; erst im März 2026 lag die Bewertung bei 11 Milliarden Dollar.
Warum die Bewertung steigt
Harvey verkauft KI-Assistenten für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen. Nach eigenen Angaben nutzen rund 80 Prozent der 100 größten US-Kanzleien die Software, dazu mehrere Rechtsabteilungen aus den Fortune 10. Laut Branchenberichten soll der annualisierte Umsatz (ARR) inzwischen die Marke von 400 Millionen Dollar überschritten haben – offiziell bestätigt Harvey diese Zahl nicht. Jüngst stellte das Unternehmen mit „Tenet“ ein erstes eigenes KI-Modell vor.
Was das für den Markt bedeutet
Die Runde unterstreicht, wie viel Kapital derzeit in spezialisierte, branchenspezifische KI-Anwendungen fließt. Während allgemeine Chatbots um Aufmerksamkeit ringen, setzen Investoren zunehmend auf Anbieter mit klarem Fachfokus und zahlungskräftiger Kundschaft – der Rechtsmarkt gilt dabei als besonders lukratives Testfeld.
Quellen: TechCrunch, offizielle Mitteilung von Harvey sowie Bloomberg (9. September 2026).



















