Der Erdmond ist womoeglich nicht ueber Jahrzehnte aus einer Truemmerscheibe zusammengewachsen, sondern schon wenige Stunden nach dem grossen Einschlag fertig gewesen. Das legt eine neue Modellstudie im Fachjournal „The Astrophysical Journal Letters“ nahe.
Simulation mit realistischer Gesteinsfestigkeit
Ein Team um Adeene Denton (Southwest Research Institute) und Erik Asphaug (University of Arizona) hat den klassischen Rieseneinschlag zwischen der jungen Erde und dem marsgrossen Koerper Theia neu durchgerechnet. Anders als fruehere Modelle, die beide Koerper als reine Fluessigkeiten behandelten, beruecksichtigten die Forschenden erstmals die temperaturabhaengige Festigkeit des Gesteins – also wie stark sich das Material dem Zerreissen widersetzt.
Fuenf Stunden statt langer Truemmerphase
In einem der Szenarien formte sich der Mond dadurch bereits rund fuenf Stunden nach dem Aufprall als kompakter Koerper. Waren die Kollisionspartner heisser und damit weicher, zerlegte der Einschlag Theia vollstaendig zu einer Truemmerscheibe, aus der der Mond erst nach und nach entstand. Entscheidend ist demnach der thermische Zustand der Ausgangskoerper – ein Faktor, den die Forschung lange fuer vernachlaessigbar hielt.
Ein Modell, keine Beobachtung
Wichtig: Die Ergebnisse stammen aus Computersimulationen, nicht aus direkten Messungen. Warum Erde und Mond chemisch so aehnlich sind, bleibt weiter offen. Immerhin koennte der neue Ansatz kuenftig eingrenzen, wann genau sich der Mond gebildet hat.
Quelle: Die Studie von Denton, Asphaug u. a. erschien in „The Astrophysical Journal Letters“ (DOI 10.3847/2041-8213/ae91e9). Eine Einordnung liefert die Mitteilung der University of Arizona: news.arizona.edu.



















