Das Open-Source-Projekt Jellyfin hat am 7. September 2026 mit Version 12.0 eines der größten Updates seiner Geschichte veröffentlicht. Die selbstgehostete Medienserver-Software erhält damit erstmals native Unterstützung für Bücher und Comics sowie deutliche Performance-Gewinne bei großen Bibliotheken.
Neue Datenbank zahlt sich aus
Die mit Version 10.11 eingeführte Datenbankstruktur liefert nun spürbare Geschwindigkeitsvorteile. Playlists und Sammlungen speichern jeden Eintrag als eigene Zeile, was Zählen, Blättern und Bearbeiten großer Bestände beschleunigt, ohne dass die komplette Sammlung geladen werden muss. Serien können zudem – wie bislang nur Filme – mehrere Versionen mit getrenntem Fortschritt führen, etwa für Broadcast- und Extended-Schnitte.
Bücher, Comics und modernes Web-Interface
Metadaten aus OPF- und ComicInfo-Dateien sowie Hörbuch-Kapiteln liest Jellyfin jetzt serverseitig ohne Plugins aus. Eine überarbeitete Leseansicht unterstützt PDFs, EPUBs und Comics mit einheitlicher Vollbild- und Wischnavigation. Das zuvor experimentelle „Modern“-Layout ist nun Standard auf Desktop und Mobilgeräten und setzt auf aktualisierte Themes mit CSS-Variablen. Unter der Haube wechselt das Projekt auf FFmpeg 8.1.
Sicherheitslücken geschlossen – aber Bruchstellen
Mehrere Fixes verhindern Directory-Traversal, unsicheres Plugin-Handling und Cross-Site-Scripting. Der Preis: Plugins müssen auf .NET 10 portiert werden, die alten /emby/– und /mediabrowser/-Endpunkte entfallen und veraltete Authentifizierungsverfahren sind deaktiviert. Wer umsteigt, sollte vorab ein vollständiges Backup des Datenverzeichnisses anlegen.
Quelle: Jellyfin – Release-Ankündigung zu Version 12.0 (jellyfin.org, 7. September 2026).



















