Galaxie und Sterne im Weltraum

Sterbende Radiogalaxien verblassen schneller als gedacht

Wenn die Jets eines supermassereichen Schwarzen Lochs verstummen, beginnt fuer eine Radiogalaxie ein leuchtendes Nachleben – doch dieses ist offenbar deutlich kuerzer und turbulenter als gedacht. Das berichtet ein Team um Sushant Dutta von der University of Cape Town und dem Institut IDIA im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“.

Sogenannte Ueberrest-Radiogalaxien entstehen, wenn der aktive Kern einer Galaxie erlischt und die riesigen Radioloben nicht mehr mit frischer Energie versorgt werden. Sie gelten als Schluessel, um die An- und Ausschaltzyklen aktiver Galaxienkerne zu vermessen – sind aber schwer aufzuspueren.

Zwoelf bestaetigte Ueberreste

Das Team untersuchte 14 Kandidaten im tiefen Durchmusterungsfeld XMM–LSS. Kombiniert wurden Daten des suedafrikanischen MeerKAT-Teleskops (Projekt MIGHTEE), des indischen uGMRT (superMIGHTEE) sowie von LOFAR, GMRT und dem Jansky Very Large Array – zusammen ein Frequenzbereich von 144 MHz bis 1,5 GHz. Die spektrale Modellierung bestaetigte zwoelf Objekte als echte Ueberreste; zwei entpuppten sich als noch aktiv.

Hoehere Rotverschiebung, kuerzeres Leuchten

Die ermittelten Spektralalter liegen bei rund 8 bis 42 Millionen Jahren, im Mittel bei etwa zwoelf Millionen – erstaunlich kurz. Auffaellig ist ein klarer Zusammenhang: Je weiter entfernt und damit rotverschoben eine Galaxie ist, desto juenger ihr Ueberrest. Die Forschenden fuehren das auf die kosmische Hintergrundstrahlung zurueck, an der relativistische Elektronen in groesserer Entfernung schneller Energie verlieren.

  • 14 Kandidaten, davon 12 als Ueberreste bestaetigt
  • Spektralalter rund 8–42 Millionen Jahre (Median etwa 12)
  • Rotverschiebung z = 0,35 bis 2,85 (Median 1,25)

Bedeutung fuer die Schwarzen Loecher

Fernere Ueberreste bleiben demnach nur kurz sichtbar, was ihre Zaehlung verzerrt und die geschaetzte Lebensdauer der Jets beeinflusst. Kuenftige, empfindlichere Durchmusterungen mit MeerKAT und dem im Bau befindlichen Square Kilometre Array sollen mehr solcher vergluehenden Giganten aufspueren.

Quellen: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society · arXiv · EurekAlert (University of Cape Town)

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