ESPHome kann jetzt Zigbee. Die beliebte Firmware für Bastel-Mikrocontroller hat eine native Zigbee-Komponente erhalten, mit der sich erstmals eigene Zigbee-End-Geräte selbst bauen und direkt über Zigbee2MQTT oder ZHA in Home Assistant einbinden lassen. Das Projekt spricht dabei bewusst von „initial support“: Die Funktion ist da, aber noch früh und experimentell.
Was neu ist
Bisher band ESPHome selbstgebaute Sensoren fast immer per WLAN oder Bluetooth (BLE) an Home Assistant an. Zigbee ändert die Spielregeln: Das Funknetz arbeitet als Mesh, in dem Geräte Signale weiterreichen, und ist deutlich sparsamer – ideal für batteriebetriebene Sensoren, die jahrelang ohne Ladekabel auskommen sollen. Den Anfang machte die nRF52-Plattform von Nordic (ESPHome 2026.1.0); die Unterstützung für ESP32 folgte kurz darauf im Mainline-Code (2026.5.0), seither wird laufend nachgebessert.
Was man dafür braucht
Wichtig: Nicht jeder ESP32 taugt. Zigbee setzt einen 802.15.4-Funkchip voraus, also Modelle wie ESP32-C6 oder ESP32-H2; der klassische WLAN-ESP32 bleibt außen vor. Auf nRF52 sind maximal acht Endpunkte möglich, auf ESP32 deutlich mehr. Wer die Geräte per Zigbee2MQTT betreibt, braucht mindestens Version 2.8.0; alternativ funktioniert ZHA. Passend dazu brachte das August-Release 2026.8.0 automatisches Rejoin nach Netzwerkausfällen und weitere Zigbee-Feinschliffe.
Warum das zählt
Für die DIY-Smart-Home-Szene ist das ein größerer Schritt, als es klingt. Zigbee-Endgeräte kamen bislang von Herstellern oder aus komplexen Einzelprojekten. Mit ESPHome rückt der vertraute YAML-Workflow nun auch ins Zigbee-Ökosystem – ohne WLAN-Ballast, dafür mit Mesh und langer Akkulaufzeit. Noch ist vieles Baustelle, doch die Richtung ist klar. Hintergründe zu Zigbee, ZHA und Zigbee2MQTT sammeln wir im Smart-Home-Bereich.
Quellen: ESPHome-Dokumentation zur Zigbee-Komponente, die Zigbee2MQTT-Discussion #29916 (Koenkk), die Espressif-esp-zigbee-sdk-Discussion #809 sowie der ESPHome-2026.8.0-Blogpost.



















