Laborforschung an Immunzellen – Symbolbild CAR-T-Zelltherapie

CAR-T-Zelltherapie: Schwere rheumatoide Arthritis in erster klinischer Studie zurückgedrängt

Eine ursprünglich gegen Krebs entwickelte Zelltherapie hat in einer ersten klinischen Studie schwere, therapieresistente rheumatoide Arthritis deutlich zurückgedrängt. Ein Team der Charité – Universitätsmedizin Berlin behandelte sechs Betroffene mit einer CD19-gerichteten CAR-T-Zelltherapie. Bei allen sank die Krankheitsaktivität, drei Patientinnen und Patienten erreichten eine anhaltende, medikamentenfreie Remission. Die Ergebnisse erschienen Ende August 2026 im Fachjournal Nature Medicine.

Immunsystem wird gezielt neu justiert

Bei der CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene Immunzellen im Labor so verändert, dass sie krankheitstreibende B-Zellen erkennen und zerstören. In der als COMPARE bezeichneten Studie erhielten die sechs Erkrankten – drei Frauen und drei Männer im Alter von 31 bis 69 Jahren – eine einmalige Infusion des Präparats Mivocabtagen-Autoleucel, nachdem herkömmliche Antirheumatika versagt hatten.

Nach der Behandlung sanken die Autoantikörper-Werte stark, entzündliche Herde in den Gelenken waren nicht mehr nachweisbar. Bemerkenswert: Auch als sich die B-Zellen später wieder aufbauten, kehrte die Entzündung bei den meisten nicht zurück. Die Studienleiter David Simon und Gerhard Krönke sprechen von einem gezielten „Neustart“ jenes Teils des Immunsystems, der die Erkrankung antreibt.

Kleine Fallzahl, frühe Phase

Trotz der ermutigenden Daten mahnen die Forschenden zur Vorsicht: Es handelt sich um die weltweit erste Studie dieser Art mit nur sechs Behandelten. Die Verläufe waren unterschiedlich, bei einer Person kehrte die Erkrankung nach anfänglicher Remission zurück. Aussagen über eine Heilung lässt die frühe Phase nicht zu. Eine größere Vergleichsstudie mit weiteren zehn Betroffenen ist geplant.

Quellen: Nature Medicine, ScienceDaily, GEN

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