Auf der Sonnenoberfläche wimmelt es von winzigen Plasmawirbeln, die bislang niemand gesehen hat – manche sind nur rund 20 Kilometer groß. Aufgenommen wurden sie mit dem größten Sonnenteleskop der Welt, und sie könnten ein altes Rätsel der Sonnenphysik lösen.
Die schärfsten Sonnenbilder aller Zeiten
Entdeckt wurden die Strukturen am Daniel-K.-Inouye-Sonnenteleskop der US-Wissenschaftsstiftung NSF auf Hawaii – dem größten Sonnenteleskop der Welt. Die Wirbel sind nur etwa 20 Kilometer groß und liegen damit am absoluten Auflösungslimit selbst dieses Instruments.
Wie bei Meereswellen
Beobachtungen, Simulationen und Theorie deuten auf dieselbe Ursache: die Kelvin-Helmholtz-Instabilität, dasselbe Phänomen, das Meereswellen kräuselt und Wolkenmuster in Jupiters Atmosphäre formt. Die Wirbel verdrehen Magnetfelder und könnten die Energie für winzige Sonneneruptionen, sogenannte Nanoflares, aufbauen.
Ein altes Rätsel der Sonnenphysik
Möglicherweise erklären die Wirbel sogar, warum die äußere Sonnenatmosphäre – die Korona – rund eine Million Grad heißer ist als die Oberfläche darunter. Dieses Missverhältnis gehört zu den großen offenen Fragen der Sonnenphysik. Die Studie erschien am 5. August 2026 in der Fachzeitschrift Nature.
Quellen: Scientific American, phys.org.



















