Netz und Gateway: wie ein LoRaWAN-Signal ins Internet kommt

Ein LoRa-Sensor sendet ins Leere, solange ihn niemand hört. Genau dafür gibt es Gateways – Empfänger, die alles aufnehmen, was in Reichweite funkt, und ins Internet weiterreichen. Dieser Bereich erklärt, wie dieser Weg aussieht, wann sich ein eigenes Gateway lohnt und warum die Antenne mehr ausmacht als das Gerät darunter.

Inhaltsverzeichnis

Der Weg eines Messwerts

  1. Der Sensor sendet – ohne zu wissen, ob ihn jemand hört. Es gibt keine Verbindung und keine Anmeldung an einem bestimmten Gateway.
  2. Jedes Gateway in Reichweite empfängt und reicht die Nachricht weiter. Mehrere Gateways gleichzeitig sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.
  3. Der Netzwerkserver sortiert Doppelte aus, prüft die Signatur und entschlüsselt die Kopfdaten.
  4. Die Anwendung bekommt den Messwert – als MQTT-Nachricht, per Webhook oder in einer Datenbank.

Punkt 1 ist die eigentliche Besonderheit. Ein LoRaWAN-Sensor hat keine Verbindung im üblichen Sinn. Er ruft in den Raum und geht wieder schlafen. Ob jemand zugehört hat, erfährt er nur, wenn er ausdrücklich eine Bestätigung anfordert – und die kostet Sendezeit auf der Gegenseite.

Die vier Themen

ThemaKernfrage
The Things NetworkWie komme ich kostenlos in ein Netz?
Eigenes Gateway betreibenWas kostet es, und wann lohnt es sich?
AntenneWarum sie mehr bringt als jedes Geräte-Upgrade
Abdeckung prüfenBin ich überhaupt in einem Netz?
Helium heuteWas von dem Hype übrig geblieben ist

Die Reihenfolge, die Zeit spart

Der häufigste Fehler beim Einstieg ist, zuerst Hardware zu kaufen und danach zu prüfen, ob es am eigenen Standort überhaupt ein Netz gibt.

  1. Zuerst die Abdeckung prüfen. Es kostet nichts und beantwortet die wichtigste Frage.
  2. Ist Abdeckung da: Sensor kaufen, im The Things Network anlegen, fertig. Kein eigenes Gateway nötig.
  3. Ist keine da: Ein eigenes Gateway ist ab etwa 100 Euro zu haben – und deckt in der Regel gleich die ganze Umgebung mit ab.
  4. Willst Du nur zwischen zwei eigenen Punkten funken: Dann brauchst Du gar kein Netz, sondern Meshtastic.

Punkt 4 wird am häufigsten übersehen. Wer Daten nur von der Gartenhütte ins Haus bringen will, braucht weder Gateway noch Netzwerkserver noch einen Anbieter – zwei Funkmodule reichen.

Was den Empfang wirklich bestimmt

FaktorWirkungAufwand
Höhe der Antenneder mit Abstand größte HebelHalterung, Kabel
Freie Sichtentscheidet über KilometerStandortwahl
Antennengewinnspürbar, aber kleiner als erwartetKauf
Kabellänge und -qualitätfrisst Gewinn wieder aufgutes Kabel
Gerät selbstnachrangig

Die letzte Zeile ist die überraschendste: Zwischen einem günstigen und einem teuren Gateway liegen selten Welten, solange beide dieselbe Antenne an derselben Stelle haben. Zwei Meter mehr Höhe bringen fast immer mehr als jedes Geräte-Upgrade.

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