LoRaWAN Grundlagen: die fünf Begriffe, die alles erklären

Fünf Begriffe reichen aus, um zu verstehen, warum LoRa funktioniert, wie es funktioniert – und warum es an bestimmten Stellen scheitert. Sie hängen alle voneinander ab: Der Spreizfaktor bestimmt die Reichweite, die Reichweite kostet Sendezeit, und die Sendezeit ist in Europa gesetzlich begrenzt. Wer diese Kette einmal verstanden hat, braucht keine Faustregeln mehr.

Inhaltsverzeichnis

Die fünf Grundlagen

ThemaDie KernfrageWarum es zählt
LoRa oder LoRaWANFunktechnik oder Netzwerk?die beiden Begriffe werden überall vermischt
ReichweiteWie weit wirklich?Herstellerangaben gelten unter Bedingungen, die es kaum gibt
868 MHz und SendezeitbudgetWie oft darf ich senden?die Regel, die in Europa alles begrenzt
SpreizfaktorReichweite gegen Tempodie eine Stellschraube, die beides bestimmt
Geräteklassen A, B, CWann kann ich das Gerät erreichen?entscheidet über Batterielaufzeit

Wie die Begriffe zusammenhängen

Der Zusammenhang ist eine einfache Kette, und sie erklärt praktisch jede Eigenheit der Technik:

  1. Ein höherer Spreizfaktor macht das Signal robuster und damit die Reichweite größer.
  2. Ein robusteres Signal überträgt weniger Daten pro Sekunde – dieselbe Nachricht dauert länger.
  3. Längere Sendezeit verbraucht mehr vom erlaubten Zeitbudget, das in Europa bei einem Prozent der Stunde liegt.
  4. Ein aufgebrauchtes Budget bedeutet: Der Sensor muss schweigen – auch wenn er etwas zu melden hätte.

Deshalb ist die Frage „Wie weit reicht LoRa?" nie allein zu beantworten. Sie lautet richtig: Wie weit reicht es, bei wie vielen Nachrichten pro Tag, mit welcher Batterielaufzeit? Drei Größen, von denen man zwei frei wählen kann.

Was LoRa nicht ist

  • Kein Ersatz für WLAN. Die Datenrate liegt im Bereich weniger hundert Bit pro Sekunde bis etwa elf Kilobit – ein Bruchteil dessen, was selbst altes WLAN schafft.
  • Kein Echtzeitsystem. Ein Sensor der gebräuchlichsten Klasse ist nur wenige Sekunden nach dem eigenen Senden erreichbar.
  • Kein Smart-Home-Protokoll. Für Lampen und Steckdosen in der Wohnung sind Zigbee und Thread gebaut.
  • Kein rechtsfreier Raum. Das 868-MHz-Band ist frei nutzbar, aber an Sendeleistung und Sendezeit gebunden.

Der zweite Punkt überrascht die meisten. Ein LoRaWAN-Sensor lässt sich nicht einfach abfragen – er meldet sich, wenn er will, und nimmt nur unmittelbar danach ein kurzes Empfangsfenster wahr. Wer Geräte jederzeit schalten will, landet bei Klasse C und damit bei einer Stromversorgung.

Der schnellste Einstieg

Wer die Technik anfassen will, statt darüber zu lesen, nimmt nicht LoRaWAN, sondern Meshtastic: zwei kleine Funkmodule, Firmware aufspielen, und es funkt – ohne Gateway, ohne Konto, ohne Abdeckungsfrage.

Die Grundlagen dieser Seite gelten dort genauso: Auch Meshtastic nutzt LoRa, auch dort bestimmt der Spreizfaktor die Reichweite, und auch dort gilt das Sendezeitbudget. Nur der ganze Netzwerkteil fällt weg.

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