Auf zwei einschlägigen Foren für Datenlecks ist eine Sammlung mit Nutzer-Einträgen der Online-Schachplattform Chess.com aufgetaucht. Wie Stadt-Bremerhaven berichtet, umfasst der veröffentlichte Datensatz insgesamt 7.337.395 Einträge. Chess.com ist eine der weltweit größten Plattformen, auf der Spieler online Partien austragen, Trainingseinheiten absolvieren und ihre Wertungszahl pflegen.
Was über die Veröffentlichung bekannt ist
Nach aktuellen Erkenntnissen wurde der Datensatz mit mehr als 7,3 Millionen Datensätzen in mindestens zwei Leak-Foren bereitgestellt. Welche exakten Angaben in den einzelnen Einträgen enthalten sind – beispielsweise Profilnamen, Mailadressen oder Kennungen –, geht aus den bisherigen Angaben noch nicht abschließend hervor.
Ebenfalls offen ist, wie die Daten gesammelt wurden. In Betracht kommen neben einem direkten unbefugten Zugriff auf interne Systeme auch automatisierte Abfragen öffentlich erreichbarer Profilschnittstellen (Scraping), bei denen sichtbare Profilinformationen gesammelt und zu einer Datenbank gebündelt werden.
Mögliche Risiken für registrierte Spieler
Selbst wenn in solchen Sammlungen keine Passwörter enthalten sein sollten, bergen öffentlich kursierende Datensätze Gefahren für Nutzer. Häufig nutzen Kriminelle die bekannten Mitgliedschaften und Daten für zielgerichtete Phishing-Angriffe. Dabei versenden Angreifer gefälschte Benachrichtigungen im Namen der jeweiligen Plattform, um Betroffene zur Eingabe echter Zugangsdaten auf gefälschten Websites zu verleiten.
Zudem besteht bei Mehrfachnutzung von Passwörtern das Risiko von Credential-Stuffing-Angriffen: Kriminelle probieren zuvor erbeutete Login-Kombinationen automatisiert bei anderen Diensten wie Chess.com durch, um Accounts zu übernehmen.
Praxis: Schutzmaßnahmen für Kontoinhaber
Nutzer mit einem Chess.com-Konto sollten vorsorglich folgende Schritte zur Kontosicherheit durchführen:
- Passwort erneuern: Ändern Sie das Kontopasswort und verwenden Sie ein individuelles, starkes Kennwort, das bei keinem anderen Onlinedienst im Einsatz ist.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Prüfen Sie in den Kontoeinstellungen, ob eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) eingerichtet werden kann, um Anmeldungen über einen zweiten Kanal abzusichern.
- Wachsam bei Nachrichten bleiben: Klicken Sie nicht voreilig auf Links in unerwarteten E-Mails oder Nachrichten, die vorgeben, von Chess.com zu stammen und zur Bestätigung von Zugangsdaten auffordern.
Quellen: Stadt-Bremerhaven



















