Der chinesische E-Auto-Hersteller Li Auto stellt seine gesamte Modellpalette schrittweise auf selbst entwickelte Batteriezellen um und verringert damit seine Abhängigkeit vom Marktführer CATL. Parallel steigt der Konzern als zweitgrößter Anteilseigner beim Batteriehersteller Sunwoda EVB ein.
Wie der Branchendienst CnEVPost am 7. September berichtete, sollen die hauseigenen Akkus künftig in allen Baureihen zum Einsatz kommen. Bislang stecken die eigenen Zellen in den Modellen Li L8, Li L6 und Li i8; im vierten Quartal will das Unternehmen die Technik auf weitere Fahrzeuge ausweiten.
Aufgefrischter i6 als Zugpferd
Zentrales Modell des Vorstoßes ist der überarbeitete i6, ein fünfsitziges Elektro-SUV. Er kommt mit Li Autos eigener 5C-Batterie sowie dem selbst entwickelten Fahrassistenz-Chip „Mach“. Die Vorbestellung soll Ende September starten, die Auslieferung Anfang November. Auch die nächste MEGA-Generation und der neue i9 sollen laut Unternehmen im Schlussquartal auf die 5C-Zellen wechseln.
Millioneninvestition bei Sunwoda
Um die Fertigung abzusichern, investiert Li Auto rund 2,65 Milliarden Yuan (etwa 390 Millionen US-Dollar) in die Sunwoda Electric Vehicle Battery. Der Konzern hält damit künftig direkt 8,79 Prozent und wird zweitgrößter Einzelaktionär. Beide Unternehmen betreiben bereits seit 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen, in dem Sunwoda die Zellen nach Li Autos Vorgaben produziert.
Hintergrund ist der wachsende Kostendruck: Die Fahrzeugmarge fiel im zweiten Quartal 2026 nach Unternehmensangaben auf 9,4 Prozent, nach 19,4 Prozent ein Jahr zuvor. Über integrierte Entwicklung und eigene Schlüsseltechnik will Li Auto die Kosten senken, ohne sie an Kunden weiterzugeben. Mit der Abkehr von zugekauften Zellen folgt der Hersteller einem Kurs, den zuvor bereits Wettbewerber wie Xpeng eingeschlagen haben.
Quellen: CnEVPost · CnEVPost (Sunwoda) · CarNewsChina



















