Laborforschung an Immunzellen – Symbolbild CAR-T-Zelltherapie

Injizierbares Gel hilft Mäusegehirnen bei der Reparatur nach Schlaganfall

Ein an der Duke University entwickeltes injizierbares Gel hat geschädigte Mäusegehirne nach einem Schlaganfall zur Selbstreparatur angeregt: Es ließ neue Blutgefäße und Nervenfasern wachsen und stellte die Bewegungsfähigkeit der Tiere weitgehend wieder her.

Ein Gerüst aus winzigen Hydrogel-Kügelchen

Das Team um Professorin Tatiana Segura und den Erstautor Shangjing Xin nutzte ein Material namens MAPS (microporous annealed particle scaffolds). Es besteht aus mikroskopisch kleinen, miteinander verschweißten Hydrogel-Partikeln, die eine schwammartige Struktur mit offenen Zwischenräumen bilden. In die durch den Schlaganfall entstandene Gewebehöhle gespritzt, dient das Gerüst als Baugerüst, in das körpereigene Zellen einwandern und Gewebe neu aufbauen können.

IL-4 und C1q lenken die Immunantwort

Entscheidend war die Beladung des Gels mit extrazellulären Vesikeln aus Astrozyten, den Stützzellen des Gehirns. Aktiviert durch die beiden Signalmoleküle IL-4 und C1q lockten diese Vesikel gezielt Immunzellen aus dem Blut in die verletzte Region. Diese kontrollierte Entzündungsreaktion stoße die Regeneration an, statt sie zu behindern, berichten die Forschenden im Fachjournal Cell Biomaterials.

Nach acht Wochen wie gesunde Tiere

  • Im Gitterlauf-Test zur Koordination der Vorderpfoten schnitten behandelte Mäuse nach acht Wochen statistisch wie gesunde Kontrolltiere ab.
  • In der gesamten Schlaganfall-Höhle bildeten sich neue Blutgefäße.
  • In und um die verletzte Region wuchsen vermehrt Axone, die für die Kommunikation der Nervenzellen unverzichtbar sind.

Die Ergebnisse stammen bislang ausschließlich aus Mäusen mit direkter Injektion ins Gehirn. Vor einer Übertragung auf den Menschen müssen Sicherheit und Wirksamkeit in größeren Tiermodellen geprüft und die aus Rattenzellen gewonnenen Vesikel durch menschliche Alternativen ersetzt werden.

Quellen: Duke University / ScienceDaily · Cell Biomaterials (03.09.2026)

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