Google DeepMind hat am 3. September 2026 mit WeatherNext 3 sein bislang genauestes globales KI-Wettermodell vorgestellt – laut Unternehmen das erste, das für jede Stunde des Tages eine eigene Vorhersage erzeugt.
Schärfere Auflösung, stündliche Updates
WeatherNext 3 liefert Temperatur und Feuchte auf einem 5-Kilometer-Raster, weitere Bodenwerte auf 10 Kilometern und atmosphärische Größen wie die Windgeschwindigkeit auf 25 Kilometern. Das ist rund fünfmal feiner als beim Vorgänger WeatherNext 2, der durchgängig ein 25-Kilometer-Raster nutzte. Statt wie klassische Modelle nur alle sechs Stunden zu rechnen, aktualisiert das System stündlich.
Direkt aus Satellitendaten gelernt
Technisch setzt DeepMind auf ein sogenanntes Functional Generative Network, einen Mesh-Transformer, der live Daten geostationärer Satelliten sowie historische Analysen verarbeitet. Weil das Modell direkt aus rohen Beobachtungen lernt und nicht aus den Ergebnissen numerischer Wettermodelle, entfällt eine sechsstündige Verzögerung beim Datenabgleich. Für Niederschlag nennt Google eine Verbesserung des CRPS-Werts von bis zu 60 Prozent gegenüber dem Referenzdatensatz IMERG; bei mittelfristigen Prognosen ab einem Tag im Voraus sollen die Niederschlagsvorhersagen bis zu 50 Prozent genauer ausfallen.
Relevanz für Energiewende und Alltag
Besonders für Netzbetreiber und Betreiber erneuerbarer Anlagen interessant: WeatherNext 3 sagt Windgeschwindigkeiten auf 100 Metern Höhe – etwa Nabenhöhe einer Turbine – sowie Bewölkung und Solarstrahlung voraus und hilft so, die Einspeisung aus Wind und Sonne abzuschätzen. Die Prognosen fließen bereits in die Google Suche, die Gemini-App und Google Maps ein; Forschende und Entwickler erreichen die Daten über Earth Engine, BigQuery und Google Cloud Storage.
Quellen: blog.google · deepmind.google · qz.com



















