Laborforschung an Immunzellen – Symbolbild CAR-T-Zelltherapie

ChatGPT trifft Patientenakte: OpenAI verbindet ChatGPT mit Epic-EHR

OpenAI bringt seinen KI-Assistenten tiefer ins Gesundheitswesen: Seit dem 1. September 2026 lässt sich ChatGPT mit Epic verbinden, dem weltweit meistgenutzten System für elektronische Patientenakten (EHR). Ärztinnen und Ärzte können Aktendaten ihrer Patienten direkt in ChatGPT abrufen und zusammenfassen lassen. Entscheidend: Der Zugriff ist ausschließlich lesend – die KI schreibt nichts in die Akte zurück.

Was die Epic-Integration leisten soll

Laut OpenAI können Klinikerinnen und Kliniker über die Verknüpfung Terminnotizen, Laborwerte, Medikamente und fachärztliche Dokumentation abrufen. ChatGPT soll Veränderungen seit dem letzten Besuch markieren, klinische Verläufe (Timelines) erstellen und die Visitenvorbereitung unterstützen. Zwei Wege sind vorgesehen: Einrichtungen können Epic-Daten in ChatGPT importieren oder ChatGPT direkt in die EHR-Oberfläche einbetten. Das Angebot richtet sich an Fachpersonal – es baut auf „ChatGPT for Clinicians“ (April 2026) auf, nicht auf der Verbraucher-Version „ChatGPT Health“ (Januar 2026).

325 Millionen – Reichweite, nicht Nutzerzahl

Die oft zitierten „über 325 Millionen Patienten“ beziehen sich auf die Gesamtzahl der Menschen, deren Akten weltweit in Epic liegen – nicht darauf, dass all diese Daten automatisch in ChatGPT landen. Die Integration muss von der jeweiligen Gesundheitseinrichtung aktiv freigeschaltet werden und bleibt auf autorisiertes Fachpersonal beschränkt.

Datenschutz und offene Fragen

Für einen rechtskonformen Einsatz mit Patientendaten ist in den USA ein Business Associate Agreement (BAA) nach HIPAA nötig. OpenAI verweist auf eine interne Sicherheitsprüfung: Ärzte hätten 99,1 Prozent der Antworten über 4.363 Bewertungen und 27 Anwendungsfälle als „sicher“ eingestuft – unabhängig geprüft sind diese Zahlen bislang nicht. Beobachter verweisen zudem auf zwei laufende Klagen gegen OpenAI wegen fehlerhafter Gesundheitshinweise. Bei sensiblen Gesundheitsdaten plus KI bleiben Fragen zu Haftung, Fehlerrisiko und Datensicherheit offen.

Quellen: OpenAI Newsroom, TechCrunch, PYMNTS, Fierce Healthcare.

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