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Texas friert Netzanschlüsse für Rechenzentren ein – Ursache ist die „Ghost Demand“ des KI-Booms

Texas hat als erster großer US-Standort neue Netzanschlüsse für Rechenzentren vorläufig eingefroren und eine Prüfung der Anschlusswarteschlange angeordnet. Auslöser ist ein beispielloser Ansturm: Anfragen zur Netzanbindung großer Verbraucher sind laut Governor Greg Abbott auf rund 474 Gigawatt gestiegen – „mehr als das Fünffache“ des bisherigen Spitzenbedarfs im ERCOT-Netz, etwa 90 Prozent davon von Rechenzentren. Ein Großteil dieser Nachfrage dürfte jedoch gar nicht real sein.

Was genau gestoppt wurde

Abbott wies die Regulierungsbehörde PUCT und den Netzbetreiber ERCOT am 3. August 2026 an, neue Rechenzentrums-Genehmigungen auszusetzen, bis ein projektweiser Audit zu Strom-, Wasser- und Fördermittelnutzung abgeschlossen ist. Laut Berichten setzte ERCOT daraufhin einen ersten Meilenstein seines neuen „Batch Zero“-Verfahrens für Großlast-Anschlüsse aus. Es geht also nicht um ein neues Gesetz, sondern um einen behördlichen Prüf- und Aufnahmestopp – flankiert von Reformen des 2025 verabschiedeten Senate Bill 6, das Sicherheiten und strengere Nachweise für Großverbraucher vorschreibt.

Was „Ghost Demand“ bedeutet

Als „Ghost Demand“ oder „Phantomlast“ bezeichnet die Branche Anschlussanfragen, die doppelt gestellt werden oder von Akteuren ohne gesicherte Finanzierung stammen. Entwickler melden dasselbe geplante Areal bei mehreren Versorgern an, um sich günstig Warteschlangenplätze zu sichern – ein Ergebnis des KI-Booms, dessen geplante Rechenzentrums-Investitionen laut Reuters dieses Jahr über 700 Milliarden Dollar erreichen. Sobald Versorger strengere Auflagen einführen, schrumpft die Nachfrage: Exelon senkte seine belastbare Prognose nach höheren Sicherheitsleistungen um rund 40 Prozent auf 11 Gigawatt.

Einordnung

Der Schritt macht sichtbar, dass Anschlusswarteschlangen den realen Strombedarf massiv überzeichnen können. Die Data Center Coalition begrüßte den Audit, um „seriöse von spekulativen Projekten“ zu trennen. Wie viele Gigawatt am Ende tatsächlich gebaut werden, bleibt offen.

Quellen: Utility Dive, Reuters/Yahoo Finance, POWER Magazine.

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