Die Berliner Verwaltung hat am 31. August 2026 einen Datendiebstahl durch die Ransomware-Gruppe Rhysida bestätigt. Betroffen ist die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Nach Angaben der Angreifer sollen 5,79 Terabyte in rund 1,44 Millionen Dateien abgeflossen sein – Zahlen, die das Land bislang ausdrücklich nicht vollständig verifiziert hat.
Was Rhysida erbeutet haben will
Rhysida listete Berlin am 28. August auf seiner Leak-Seite und setzte die gestohlenen Dateien anschließend unter Druck – Berichte nennen eine Forderung von rund 30 Bitcoin. Die Exfiltration fand nach Erkenntnissen der Ermittler zwischen dem 7. und 12. August statt. Auf der Leak-Seite behauptet die Gruppe unter anderem Personalakten, Klartext-Passwörter, IBANs und Zahlungsdaten sowie sicherheitsrelevante Bewertungen zur Berliner Wasserversorgung erbeutet zu haben. Diese Mengen- und Kategorienangaben stammen aus Rhysidas eigener Darstellung und sind als vorläufig zu behandeln.
Sieben Tage bis zur Isolierung
Kritisch ist ein Zeitfenster: Der erste Datenabfluss wurde am 7. August bemerkt, doch erst am 14. August wurde die betroffene Abteilung vom zentralen Landesnetz getrennt. In diesen rund sieben Tagen konnten die Angreifer weiter Daten abziehen. Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach von einer Erpressung und schloss eine Zahlung aus – im Einklang mit der Linie des BSI. Innensenatorin Iris Spranger betonte, es seien keine für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September relevanten Daten abgeflossen; das Wahlumfeld gelte als sicher. Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und Bundesbehörden ermitteln.
Was Organisationen jetzt tun sollten
- Kompromittierte Netzsegmente sofort isolieren – nicht erst nach Tagen.
- Klartext-Passwörter und geteilte Admin-Konten beseitigen, MFA erzwingen.
- Segmentierung zwischen Fachverfahren und zentralem Netz härten.
- Offline-Backups vorhalten und den Incident-Response-Plan regelmäßig testen.
Quellen: BleepingComputer, The Hacker News. Stand: 1. September 2026, laufender Vorfall – Angaben teils vorläufig.



















