Abstrakte KI-Visualisierung fuer ein neues Sprachmodell

Sony und Warner verklagen Anthropic wegen Songtexten – jetzt klagen alle drei Musik-Majors

Zwei der weltgrößten Musikverlage haben Anthropic verklagt: Sony Music Publishing und Warner Chappell Music reichten am 28. August 2026 vor einem Bundesgericht im Norden Kaliforniens Klage ein und werfen dem KI-Unternehmen vor, „Zehntausende“ urheberrechtlich geschützte Kompositionen ohne Lizenz zum Training des Chatbots Claude verwendet zu haben. In der Klageschrift ist laut Medienberichten von einer der „größten und dreistesten laufenden Verletzungen geistigen Eigentums der Geschichte“ die Rede.

Der Vorwurf: „Piraterie in großem Maßstab“

Die Verlage argumentieren, Anthropic habe Songtexte unter anderem von lizenzierten Diensten wie MusixMatch und LyricFind abgegriffen, um seine Modelle zu trainieren. Das Verhalten sei „schlichte Piraterie, aber in großem Maßstab“, heißt es in der Klage. Gefordert werden gesetzliche Schadensersatzzahlungen von bis zu 150.000 US-Dollar je vorsätzlich verletztem Werk sowie bis zu 25.000 US-Dollar für jede Entfernung oder Veränderung von Urheberrechtsinformationen. Anthropic weist die Vorwürfe zurück: Man widerspreche den Behauptungen der Verlage und werde sich „entschieden vor Gericht verteidigen“.

Jetzt klagen alle drei Majors

Neu ist an dem Verfahren vor allem die Beteiligung: Universal Music Publishing, Concord und ABKCO klagen bereits seit 2023 gegen Anthropic – zunächst um rund 500 Songs, später ausgeweitet auf mehr als 20.000 Werke. Mit Sony und Warner sind nun erstmals alle drei großen Musikverlage in aktiven Verfahren gegen dasselbe Unternehmen. Der Schritt fällt in eine heikle Phase: Erst im Vormonat hatte Anthropic einen historischen Urheberrechtsvergleich über 1,5 Milliarden US-Dollar mit klagenden Autorinnen und Autoren geschlossen. Das neue Verfahren steht am Anfang; ein Ausgang ist offen.

Quellen: Axios, PYMNTS, Digital Music News, Music Business Worldwide.

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