Forschende haben im Gehirn von Mäusen eine Art „Bremse“ gegen chronische Nervenschmerzen entdeckt. Bestimmte Rezeptoren in einem kleinen Hirnareal können einen überaktiven Schmerz-Schaltkreis beruhigen – ein möglicher Ansatz für gezieltere Schmerztherapien.
Ein winziges Areal mit großer Wirkung
Tief an der Basis des Gehirns sitzt der sogenannte Locus coeruleus, das Haupt-Alarm- und Stresszentrum. Eine kleine Gruppe von Nervenzellen dort dämpft normalerweise Schmerzsignale, die vom Rückenmark aufsteigen. Nach einer Nervenverletzung kann dieses System jedoch „umkippen“ und selbst zum Motor für chronische Schmerzen werden.
Rezeptoren als natürliche Bremse
Das Team identifizierte bei Mäusen Rezeptoren (mu-Opioid-Rezeptoren) auf diesen Zellen, die als biologische Bremse wirken. Fehlten sie, reagierten die Tiere noch empfindlicher auf Berührung und Wärme; wurden sie wiederhergestellt, verschwand die Überempfindlichkeit. Die Studie erschien am 17. August im Fachjournal „Current Biology“.
Hoffnung auf gezieltere Mittel
Würde man dieses System präziser ansteuern, ließen sich Schmerzen womöglich lindern, ohne wie herkömmliche Opioide im ganzen Körper zu wirken – mit entsprechend weniger Nebenwirkungen. Bis zu einer Anwendung beim Menschen ist es allerdings noch ein weiter Weg.
Quellen: WashU Medicine, EurekAlert.



















