Abstrakter Code als Symbol fuer eine Sicherheitsluecke

Supply-Chain-Angriff auf beliebte Rust-Crate arrayref

Das Rust-Sicherheitsteam hat einen Supply-Chain-Angriff auf die populäre Crate arrayref gemeldet. Unbekannte schleusten über eine getarnte Abhängigkeit Schadcode ein – die manipulierte Version stand 86 Minuten online.

Wie der Angriff ablief

Am 20. August legten die Angreifer GitHub- und crates.io-Konten an, die den bekannten Rust-Entwickler David Tolnay imitierten. Sie veröffentlichten arrayref neu und fügten eine Abhängigkeit auf „proc-macro1″ hinzu – einen Typosquat der echten Crate proc-macro2. Ein Build-Skript lud daraufhin eine Schad-Payload nach; laut Berichten ein Infostealer, der Entwickler-Zugangsdaten abgreift. Der übrige Quellcode blieb unverändert, um nicht aufzufallen.

Ausmaß und Reaktion

arrayref zählt über 53 Millionen Downloads in 90 Tagen und steckt in Krypto-, Grafik- und Blockchain-Werkzeugen. Innerhalb von nur 23 Minuten vergifteten die Angreifer auch die Crates append-only-vec und internment. Die manipulierte Version [email protected] war 86 Minuten online (07:15 bis 08:41 UTC), dann wurde sie gelöscht. Das Rust-Team hält den arrayref-Autor nicht für den Täter – vermutlich wurden dessen Zugangsdaten oder Rechner kompromittiert.


Quellen: Rust Blog, BleepingComputer.

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