Der neue stabile Linux-Kernel 7.2 ist am 16. August 2026 pünktlich erschienen. Am Entwicklungszyklus von neun Wochen waren über 2.100 Beitragende beteiligt. Die wichtigsten Neuerungen: Cache-aware Scheduling, ein spürbar schnelleres Btrfs-Dateisystem und Rust-Unterstützung für IBM-Großrechner.
Cache-aware Scheduling
Nach mehr als einem Jahr Arbeit ist das Cache-aware Scheduling eingeflossen (hinter der Option CONFIG_SCHED_CACHE). Der Scheduler erkennt nun, welche Threads zum selben Prozess gehören, und versucht, sie auf Kernen mit gemeinsamem Last-Level-Cache (LLC) zu halten. Das reduziert das „Cache-Bouncing“ und bringt vor allem auf Multi-Die-Chips wie AMDs EPYC 5 und Intels Xeon 6 deutliche Leistungsgewinne.
Schnelleres Btrfs und mehr
- Btrfs Large Folios: Seit Linux 6.17 experimentell, jetzt standardmäßig aktiv. Direct I/O läuft nicht mehr seriell – das steigert die Schreibleistung um bis zu 59 %, sequenzielle Schreibvorgänge um 15 %.
- Rust auf s390: Der Kernel unterstützt Rust nun auch auf der IBM-System/390-Architektur.
- Weiteres: Verbesserungen am bpf()-Systemaufruf, am Swap-Subsystem und am Sicherheitsmodul Landlock sowie Unterstützung für Blockgeräte mit Inline-Verschlüsselung.
Sichtbar werden die Neuerungen für die meisten Nutzer, sobald ihre Distribution auf Kernel 7.2 umstellt. Besonders für Server- und Homelab-Betreiber lohnt sich der Blick – vom Scheduler bis zum schnelleren Dateisystem.



















