CalyxOS 8.0: Datenschutz-Firmware bringt Android 17 ohne Google-Dienste

Die Entwickler des datenschutzorientierten Mobilbetriebssystems CalyxOS haben die Version 8.0 freigegeben. Die neue Firmware basiert auf Android 17 und verzichtet vollständig auf vorinstallierte Google-Dienste, um Tracking und Datenübertragungen an den Konzern zu unterbinden.

Während klassische Smartphone-Hersteller Android 17 im Rahmen eigener Oberflächen wie Samsung One UI 9 oder Honors MagicOS 11 ausliefern, richtet sich CalyxOS an Nutzer, die den Zugriff auf persönliche Daten strikt begrenzen wollen. Wie Borncity.com berichtet, bringt die neue Version neben der aktualisierten Basis auch frische Sicherheitswerkzeuge und erweiterte Hardware-Unterstützung mit.

Breite Unterstützung für Pixel, Fairphone und Motorola

CalyxOS 8.0 lässt sich auf einer Reihe gängiger Geräte installieren. Unterstützt werden Google-Pixel-Smartphones von der Generation 5 bis zur aktuellen Serie 10, wobei das Pixel 10a neu in den Support-Katalog aufgenommen wurde. Zudem stehen Abbilder für das Fairphone 4, 5 und 6, das SHIFTphone 8 sowie die Motorola-Modelle Moto G32 bis G84 bereit.

Fairphone 5 5G Smartphone (8GB, 256GB)
Produktbild: Fairphone

Für den Installationsprozess stellt das Projekt das Werkzeug „device-flasher“ bereit. Dieses unterstützt nun auch macOS und enthält Schutzmechanismen, die das Risiko von Fehlern beim Schreibvorgang (Brick-Schutz) minimieren sollen.

microG als Google-Ersatz und lokale Ortung

Damit Drittanbieter-Apps auch ohne proprietäre Google-Play-Dienste funktionieren, integriert die Firmware die quelloffene Schnittstellennachbildung microG in Version 0.3.17.252432. Diese fängt Anfragen an Cloud Messaging, Karten und die Google-Play-API ab, ohne direkte Google-Verbindungen zwingend vorauszusetzen.

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Auf den Google Network Location Provider verzichtet das System komplett. Die Bestimmung des Standorts erfolgt stattdessen über lokale Dienste sowie BeaconDB. Zur Umwandlung von GPS-Koordinaten in Adressen (Geocoding) kommt der auf OpenStreetMap basierende Dienst Nominatim zum Einsatz.

Netzwerk-Kontrolle per Firewall und automatische Abschaltung

Zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts ist die integrierte Datura-Firewall. Nutzer können damit für jede installierte Anwendung getrennt festlegen, über welche Verbindungen – etwa WLAN, Mobilfunk oder VPN – Daten übertragen werden dürfen. Für neu installierte Programme gilt standardmäßig ein vollständiger Netzwerk-Lockdown, bis der Zugriff ausdrücklich freigegeben wird.

Ergänzend sperrt das Betriebssystem im gesperrten Zustand unbekannte USB-Geräte. Nach einer festgelegten Spanne der Inaktivität deaktiviert CalyxOS 8.0 zudem automatisch WLAN, Bluetooth sowie den Zugriff auf Mikrofon und Kamera. Für Notfallsituationen existiert ein „Panic-Button“, der sensible Daten bei Auslösung umgehend löscht. Die Integrität des Systems wird bei jedem Start per Signaturprüfung verifiziert; Aktualisierungen werden monatlich als Over-the-Air-Update (OTA) verteilt.

Software-Ausstattung und Desktop-Modus

Ab Werk umfasst die Installation den Browser Calyx Chromium (Version 155.0.8059.16) mit DuckDuckGo als Standardsuche, optional ergänzt durch den Tor Browser. Für E-Mails ist Thunderbird vorinstalliert, für Termine die Kalender-App Etar (Version 1.0.57). Hinzu kommen CoMaps sowie OnionShare. Neue Apps können über den F-Droid-Store oder den Aurora Store bezogen werden.

Die Oberfläche wurde punktuell angepasst: Der Dateimanager liegt nun im Material-Design-3-Schema vor. Besitzer eines Pixel Tablets erhalten einen Desktop-Modus, der sich über den Startbildschirm aktivieren lässt. Eine integrierte Backup-Funktion ermöglicht es, Sicherungen vor der Übertragung auf ein USB-Medium oder eine Nextcloud-Instanz auf Nutzerseite verschlüsseln zu lassen.

Quellen: Borncity.com

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