Google erprobt in der Testversion Android Canary 2609 eine neue Sicherheitsfunktion, die den schnellen Zugriff auf kritische Systemeinstellungen im Sperrbildschirm einschränkt. Die Neuerung soll Diebe daran hindern, ein entwendetes Smartphone sofort vom Internet zu trennen und so die Ortung des Geräts zu verhindern.
Kritische Schalter werden abgesichert
Bislang können Schnelleinstellungen (Quick Settings) auf vielen Android-Geräten auch bei gesperrtem Bildschirm heruntergezogen und bedient werden. In der Build-Version ZP11.260821.010 mit dem Sicherheitspatch von September 2026 integriert Google nun eine neue Option: Unter Einstellungen > Display & touch > Sperrbildschirm findet sich der Schalter „Require unlock for Quick Settings“ (Entsperrung für Schnelleinstellungen anfordern).
Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert. Wird sie aktiviert, lässt sich das Menü der Schnelleinstellungen zwar weiterhin vom Sperrbildschirm aus öffnen, das Antippen sicherheitsrelevanter Kacheln verlangt jedoch zwingend eine Authentifizierung per Fingerabdruck oder PIN. Betroffen sind laut Systembeschreibung:
- WLAN
- Bluetooth
- Mobile Daten
- Flugmodus
Unkritische Komfortfunktionen wie die Taschenlampe, die automatische Bildschirmdrehung oder das dunkle Design bleiben hingegen weiterhin ohne Entsperren bedienbar.
Erschwerte Bedingungen für Smartphone-Diebe
Die Neuerung adressiert ein bekanntes Problem im Alltag: Wird ein Smartphone gestohlen, aktivieren Täter häufig als ersten Schritt den Flugmodus oder schalten die mobilen Daten aus. Dadurch verliert das Gerät den Kontakt zum Mobilfunknetz, wodurch Besitzer den Standort nicht mehr über Googles Ortungsnetzwerk abfragen oder das Gerät aus der Ferne sperren können. Mit der neuen Sperre bleibt das Smartphone im Netz eingebucht, solange der Akku reicht oder die SIM-Karte nicht entfernt wird.
Verfügbarkeit auf Testgeräte beschränkt
Aktuell steht die Funktion im experimentellen Canary-Kanal von Android zur Verfügung. Kompatibel sind Pixel-Smartphones von der Pixel-6a- und Pixel-7-Reihe über die Pixel-8- und Pixel-9-Serien bis hin zu den Pixel-10-Modellen sowie das Pixel Fold und das Pixel Tablet. Die älteren Modelle Pixel 6 und Pixel 6 Pro werden von Google in diesem Kanal nicht mehr unterstützt; für Pixel-11-Geräte soll die Unterstützung im kommenden Canary-Release folgen.
Da Canary-Builds ausdrücklich für Entwickler gedacht sind und experimentellen Charakter haben, sollten Nutzer diese nicht auf alltäglich genutzten Geräten installieren. Es ist zu erwarten, dass Google die Funktion nach erfolgreicher Testphase in künftige reguläre Android-Updates übernimmt.
Quellen: 9to5google






