Der US-Konzern Meta gerät mit seinem KI-Assistenten Muse erneut in den Fokus von Datenschützern. Einem Bericht von Golem.de zufolge legt der KI-Agent Profile über Freunde und Familienangehörige von Nutzern an. Damit betrifft die Erfassung persönlicher Informationen nicht nur Anwender selbst, sondern auch Personen aus deren direktem Umfeld, die den Dienst möglicherweise gar nicht selbst verwenden.
Profilbildung über das soziale Umfeld
Wie aus den Berichten hervorgeht, analysiert Metas KI-Assistent die Interaktionen und Informationen, die Nutzer im Alltag teilen, und erstellt daraus strukturierte Profile über Kontaktpersonen. Bereits bei der Einführung stellte der Konzern die Technologie als persönlichen KI-Agenten Muse vor, der Aufgaben selbstständig abarbeiten soll. Zuletzt erweiterte Meta die Fähigkeiten der Technologie sogar so weit, dass autonome Telefonanrufe durch KI-Agenten ermöglicht wurden. Dass die Systeme dabei auch Informationen über unbeteiligte Dritte sammeln und katalogisieren, markiert jedoch eine heikle Ausweitung der Datenerfassung.
Hintergrund der Profilerstellung sind gängige Mechanismen digitaler Plattformen: Das Sammeln von Merkmalen dient in der Regel der Personalisierung von Inhalten sowie der Bildung von Zielgruppen. Werden diese Profile abgeleitet und gespeichert, droht eine detaillierte Kartierung sozialer Beziehungen ohne explizite Einwilligung der Betroffenen.
Datenschutzrechtliche Bedenken
Aus Sicht des Datenschutzes ist das Vorgehen hochgradig problematisch. Wenn Nutzer einem KI-Assistenten Details aus ihrem Privatleben mitteilen – etwa Geburtstage, Vorlieben, Adressen oder Beziehungskonstellationen –, dürfen diese Angaben nicht ohne rechtliche Grundlage zu eigenständigen Profilen verarbeitet werden.
Bereits in der Vergangenheit gab es Sicherheitsbedenken rund um die Software, etwa als für Meta Muse für macOS eine Sicherheitslücke bekannt wurde. Das Anlegen von Schattenprofilen über das private Umfeld verschärft die Debatte um die Transparenz von KI-Agenten nun weiter.
Was Nutzer jetzt beachten sollten
Wer KI-Agenten wie Muse im Alltag nutzt, sollte sich der Tragweite bewusst sein. Nutzer sollten dem Assistenten keine sensiblen Daten über Verwandte, Kollegen oder Freunde anvertrauen. Zudem empfiehlt es sich, die Datenschutzeinstellungen des Meta-Kontos sorgfältig zu prüfen und den Zugriff des Assistenten auf das Adressbuch oder Kommunikationsverläufe auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken.
Quellen: Golem.de/security
















