Eine gepflegte Pi-hole Blocklist Sammlung ist der Schlüssel, wenn du Werbung, Tracker und Schadseiten netzwerkweit aussperren willst. Pi-hole filtert Anfragen bereits auf DNS-Ebene – und wie gut das funktioniert, hängt maßgeblich davon ab, welche Blocklisten du hinterlegst. In diesem Guide bekommst du eine aktualisierte, nach Kategorien sortierte Übersicht bewährter Sperrlisten, erfährst, wofür die einzelnen Kategorien gut sind, und richtest die Listen anschließend Schritt für Schritt in Pi-hole ein.
Was Pi-hole Blocklisten leisten
Pi-hole gleicht jede DNS-Anfrage in deinem Netzwerk mit seinen Blocklisten ab. Steht eine Domain auf einer dieser Listen, wird sie gar nicht erst aufgelöst – Werbung, Tracker oder Schadseiten laden dann schlicht nicht. Der große Vorteil: Der Schutz gilt zentral für jedes Gerät, vom Smartphone über den Smart-TV bis zur IoT-Steckdose, ganz ohne App auf dem Endgerät. Wenn du Pi-hole noch nicht laufen hast, folge zuerst unserer Anleitung zum Pi-hole installieren und komm danach hierher zurück, um die Blocklisten zu ergänzen.
Blocklisten-Kategorien im Überblick
Damit du gezielt filtern kannst, lohnt es sich, Blocklisten nach Zweck zu ordnen. Diese Kategorien haben sich in der Praxis bewährt:
- Werbung: Blockiert klassische Display-Ads, Mobile-Werbung und sogar Werbung auf dem Fire-TV-Stick.
- Tracking & Telemetrie: Sperrt Domains, über die Statistiken erfasst werden – darunter Listen, die das Telemetrie-Tracking von Windows 10/11 einschränken und so den Datenschutz erhöhen.
- Verdächtige Seiten: Eine Sammlung unseriöser Domains, die etwa illegale Produkte anbieten oder Schadsoftware verteilen.
- Malware: Bekannte Domains, die Viren, Trojaner oder andere Schadsoftware ausliefern.
- Jugendschutz: Filtert Hass-Inhalte, Glücksspiel und Pornoseiten – praktisch für Haushalte mit Kindern.
- Crypto & Mining: Verhindert, dass Websites im Hintergrund über deinen Browser Kryptowährungen schürfen.
- Phishing: Sperrt nachgebaute Login-Seiten, mit denen Kriminelle Zugangsdaten von Banken oder Shops abgreifen wollen.
- Betrügerische Websites: Bekannte Scam- und Fake-Shop-Domains.
- Social Media & Messaging: Optional einzelne Netzwerke blockieren, etwa wenn ein Kind noch nicht auf Instagram unterwegs sein soll.
Empfohlene Pi-hole Blocklisten zum Kopieren
Die folgende Auswahl deckt die wichtigsten Kategorien ab und stammt aus etablierten, regelmäßig gepflegten Quellen. Du kannst die URLs direkt kopieren und wie im nächsten Abschnitt beschrieben in Pi-hole einfügen:
# Werbung & Tracking
https://raw.githubusercontent.com/StevenBlack/hosts/master/hosts
https://adaway.org/hosts.txt
https://v.firebog.net/hosts/AdguardDNS.txt
https://v.firebog.net/hosts/Easyprivacy.txt
# Malware & Phishing
https://v.firebog.net/hosts/RPiList-Malware.txt
https://raw.githubusercontent.com/RPiList/specials/master/Blocklists/Phishing-Angriffe
# Verdaechtige & betruegerische Seiten
https://v.firebog.net/hosts/Prigent-Crypto.txt
https://raw.githubusercontent.com/DandelionSprout/adfilt/master/Alternate%20versions%20Anti-Malware%20List/AntiMalwareHosts.txtTipp: Fang mit ein paar soliden Listen an und erweitere die Sammlung schrittweise. Zu viele überlappende Listen bringen kaum mehr Schutz, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, dass legitime Seiten versehentlich blockiert werden (Overblocking).
Blocklisten in Pi-hole hinzufügen – Schritt für Schritt
- Melde dich im Pi-hole Admin-Dashboard an (meist unter
http://pi.hole/adminoder der IP deines Pi-hole). - Öffne im Menü Adlists (unter älteren Versionen: Group Management → Adlists).
- Füge im Feld Address die URL einer Blockliste ein und ergänze optional einen Kommentar zur Kategorie.
- Klicke auf Add und wiederhole den Vorgang für jede gewünschte Liste.
- Aktualisiere anschließend die Sperrdaten über Tools → Update Gravity, damit Pi-hole die neuen Domains einliest.
Nach dem Gravity-Update sind die zusätzlichen Domains sofort aktiv. Auf der Startseite des Dashboards siehst du, wie viele Domains insgesamt gesperrt sind und wie sich die Trefferquote entwickelt.
Blocklisten aktuell halten und Overblocking vermeiden
Eine Blocklist Sammlung ist kein einmaliges Projekt – sie lebt von Pflege. Mit diesen Praxis-Tipps bleibt dein Filter wirksam, ohne den Alltag zu stören:
- Regelmäßig aktualisieren: Plane ein wöchentliches Gravity-Update ein, damit neue Werbe- und Schaddomains zeitnah erfasst werden.
- Whitelist pflegen: Wird eine benötigte Seite versehentlich blockiert, trägst du ihre Domain in die Zulassungsliste ein. So löst du Overblocking gezielt, ohne ganze Listen zu entfernen.
- Qualität vor Quantität: Wenige gut gepflegte Listen sind zuverlässiger als Dutzende veraltete Sammlungen mit toten Domains.
- Alternative im Blick behalten: Wer eine modernere Oberfläche mit integrierter Verschlüsselung sucht, kann statt Pi-hole auch AdGuard Home als DNS-Blocker einsetzen – das Prinzip mit Blocklisten bleibt gleich.
Fazit
Mit einer durchdachten Pi-hole Blocklist Sammlung holst du das Maximum aus deinem DNS-Werbeblocker heraus. Sortiere die Listen nach Kategorien wie Werbung, Tracking, Malware und Jugendschutz, starte mit einer soliden Grundauswahl und erweitere sie behutsam. Wichtig sind vor allem regelmäßige Gravity-Updates und eine gepflegte Whitelist – dann surft dein gesamtes Netzwerk spürbar sauberer, schneller und privater.
