Kriminelle Angriffe mit künstlicher Intelligenz und spezialisierter Schadsoftware setzen Banken und ihre Kunden unter wachsenden Druck. Wie aktuelle Erhebungen von Sicherheitsforschern zeigen, verursachten KI-gestützte Täuschungsmanöver wie Deepfakes weltweit bereits Verluste in Milliardenhöhe, während gleichzeitig mobile Trojaner gezielt Kontozugänge auf Smartphones angreifen.
Milliardenverluste durch gefälschte Stimmen und Videos
Laut einer im Juli 2026 veröffentlichten Studie des Sicherheitsunternehmens Surfshark belaufen sich die weltweiten Schäden durch Deepfake-Betrug auf mindestens 3,7 Milliarden US-Dollar. Fast 90 Prozent dieser Summe entstanden im Zeitraum zwischen Anfang 2025 und Mitte 2026. Bei Deepfakes handelt es sich um mit generativer KI manipulierte oder synthetisch erstellte Audio- und Videoaufnahmen. Kriminelle nutzen das gefälschte Material, um firmeninterne Freigabeprozesse oder Kundenidentifikationen auszuhebeln, indem sie sich als Führungskräfte oder Kontoinhaber ausgeben.
Die Dunkelziffer gilt als beträchtlich: Der Studie zufolge erstatten weniger als fünf Prozent der Betroffenen von Stimmklon-Betrug überhaupt Anzeige. Einer KPMG-Erhebung zufolge stufen inzwischen 62 Prozent der Bankmanager Deepfakes als eines der größten Sicherheitsrisiken ein. Forscher von Deloitte warnen zudem, dass der jährliche Schaden durch KI-gestützten Finanzbetrug in den USA bis 2027 auf bis zu 40 Milliarden Dollar steigen könnte.
Android-Trojaner kapern Einmalpasswörter
Parallel zur KI-Täuschung rückt das Smartphone als Angriffsziel weiter in den Vordergrund. Berichte aus dem Frühjahr 2026 belegen für das Jahr 2025 einen Anstieg von 56 Prozent bei Android-Banking-Trojanern. Die Zahl der bösartigen Installationspakete stieg dabei sogar um 271 Prozent. Im Fokus der Sicherheitsexperten stehen insbesondere die Schadsoftware-Familien Mamont und Creduz.
Die Angreifer schleusen ihre Schadprogramme vor allem über getarnte Alltags- oder Belohnungs-Apps auf die Mobilgeräte. Einmal installiert, fordern die Programme weitreichende Berechtigungen an. Auf diesem Weg sind die Schädlinge in der Lage, Einmalpasswörter (One-Time-Passwords, OTP) für Transaktionen abzufangen und laufende Sitzungen im Online-Banking eigenständig zu übernehmen.
Hohe Kosten im Finanzsektor
Auch die Infrastruktur der Institute gerät unter Beschuss. Nach einer Mitte 2026 publizierten IBM-Studie kostete ein Datenleck die Finanzbranche 2025 im Schnitt 5,56 Millionen US-Dollar – rund ein Viertel mehr als im branchenübergreifenden Durchschnitt. Zwar sank die Gesamtdauer bis zur Entdeckung von Vorfällen dank defensiver KI-Systeme, doch setzen Angreifer mittlerweile bei rund 16 Prozent aller Attacken selbst auf KI-Werkzeuge.
So können sich Verbraucher schützen
Da Kriminelle verstärkt auf Mobilgeräte und Identitätstäuschung setzen, sollten Bankkunden grundlegende Schutzregeln beachten:
- Berechtigungen prüfen: Gewähren Sie neu installierten Anwendungen keine Zugriffsrechte auf SMS, Benachrichtigungen oder Bedienungshilfen, wenn der Einsatzzweck der App dies nicht zwingend erfordert.
- Vorsicht bei Belohnungs- und Hilfs-Apps: Laden Sie mobile Anwendungen nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunter und meiden Sie unklare Installationspakete.
- Skepsis bei telefonischen Verifizierungen: Da Angreifer Stimmen täuschend echt nachahmen können, sollten verdächtige Transaktionsaufforderungen stets über einen offiziellen, separaten Kommunikationskanal der Bank gegengeprüft werden.
Quellen: Borncity.com
















