Pi-hole Sperrlisten sind das Herzstück, wenn du Werbung, Tracker und Schadseiten in deinem gesamten Heimnetzwerk aussperren willst. Pi-hole arbeitet als DNS-Werbeblocker und gleicht jede Anfrage mit diesen Blocklists ab – steht eine Domain darauf, wird sie gar nicht erst geladen. In diesem Guide erfährst du, was Pi-hole Sperrlisten genau sind, welche Arten es gibt, welche Blocklists sich lohnen und wie du sie Schritt für Schritt einbindest und aktuell hältst.
Was sind Pi-hole Sperrlisten?
Pi-hole Sperrlisten – auch Blocklists oder Adlists genannt – sind Sammlungen von Domains, die Pi-hole blockiert. Diese Listen enthalten bekannte Werbe- und Tracking-Domains sowie Adressen, die Malware oder Phishing-Inhalte verbreiten. Fragt ein Gerät in deinem Netzwerk eine dieser Domains an, verweigert Pi-hole die Auflösung, und die Verbindung kommt gar nicht erst zustande. So schützt du dich nicht nur vor lästiger Werbung, sondern auch vor gefährlichen Webseiten – und das zentral für jedes Gerät, vom Smartphone bis zum Smart-TV.
Warum brauchst du Pi-hole Sperrlisten?
Ohne Sperrlisten wüsste Pi-hole nicht, welche Domains es überhaupt blockieren soll. Erst die Blocklists machen aus dem DNS-Server einen wirksamen Filter, den du individuell an deine Bedürfnisse anpassen kannst. Mit den richtigen Sperrlisten kannst du:
- Werbung auf Webseiten und in vielen Apps loswerden,
- Tracker blockieren, die dein Surfverhalten über Seiten hinweg überwachen,
- Schädliche Domains wie Phishing- und Malware-Seiten aussperren,
- Bandbreite sparen, weil Werbeinhalte gar nicht mehr geladen werden.
Falls du Pi-hole noch nicht laufen hast, richte es zuerst ein: In unserer Anleitung zum Pi-hole installieren als DNS-Werbeblocker gehen wir die Grundinstallation Schritt für Schritt durch. Danach kannst du direkt mit den Sperrlisten aus diesem Artikel weitermachen.
Welche Arten von Pi-hole Sperrlisten gibt es?
Blocklists lassen sich nach ihrem Zweck ordnen. Diese Kategorien sind in der Praxis am wichtigsten:
- Werbeblocker-Listen: Blockieren Domains, die klassische Display- und Mobile-Werbung ausliefern.
- Tracking-Blocker-Listen: Halten Tracker und Telemetrie-Dienste davon ab, deine Online-Aktivitäten zu verfolgen.
- Malware- und Phishing-Listen: Schützen dich vor Domains, die Schadsoftware verteilen oder Zugangsdaten abgreifen wollen.
- Spezielle Blocklists: Sperren gezielt einzelne Kategorien wie Social-Media- oder Streaming-Dienste – praktisch, um die Produktivität zu erhöhen oder Bandbreite zu sparen.
Welche Pi-hole Sperrlisten solltest du verwenden?
Es gibt unzählige Blocklists, aber einige haben sich in der Community als besonders zuverlässig etabliert. Bewährte Quellen sind unter anderem die kuratierten Firebog-Listen, die weit verbreiteten StevenBlack-Hosts sowie die pflegeleichte OISD-Blocklist. Diese Listen werden laufend aktualisiert und decken Werbung, Tracking, Malware und Phishing zuverlässig ab. Starte am besten mit einer soliden Grundauswahl aus zwei bis drei dieser Quellen und erweitere sie erst, wenn du merkst, dass bestimmte Werbung oder Tracker noch durchrutschen.
Wie fügst du neue Sperrlisten zu Pi-hole hinzu?
Das Hinzufügen neuer Sperrlisten ist in wenigen Minuten erledigt. Gehe dazu wie folgt vor:
- Melde dich im Pi-hole-Webinterface an (meist unter der IP deines Pi-hole oder unter
http://pi.hole/admin). - Öffne Group Management und wechsle in den Tab Adlists.
- Füge im Feld Address die URL der gewünschten Sperrliste ein und ergänze optional einen Kommentar zur Kategorie.
- Klicke auf Add und wiederhole den Vorgang für jede weitere Liste.
- Aktualisiere Pi-hole anschließend im Terminal, damit die neuen Listen eingelesen und aktiv werden.
Mit dem Befehl pihole -g baust du die sogenannte Gravity-Datenbank neu auf. Erst danach sind die frisch hinzugefügten Domains wirklich gesperrt. Die wichtigsten Terminal-Befehle im Überblick:
# Neue Blocklisten aktivieren (Gravity-Datenbank neu aufbauen)
pihole -g
# Aktuelle Version und Blockierstatus pruefen
pihole -v
pihole statusAlternativ kannst du das Update auch bequem im Dashboard über Tools → Update Gravity anstoßen – das Ergebnis ist identisch. Auf der Startseite siehst du anschließend, wie viele Domains insgesamt gesperrt sind.
Nützliche Tipps zur Verwendung von Sperrlisten
- Halte deine Listen aktuell: Plane ein regelmäßiges Gravity-Update ein, damit du vor den neuesten Bedrohungen geschützt bist. Per Cronjob läuft das sogar vollautomatisch.
- Nutze die Whitelist: Wird eine legitime Webseite fälschlicherweise blockiert (Overblocking), trägst du ihre Domain einfach in die Whitelist ein – ohne gleich eine ganze Liste zu entfernen.
- Behalte die Performance im Blick: Zu viele überlappende Sperrlisten bringen kaum mehr Schutz, verlängern aber das Update und erhöhen den Speicherbedarf. Weniger, dafür gepflegte Listen sind meist die bessere Wahl.
- Prüfe die Statistik: Das Dashboard zeigt dir die Trefferquote deiner Blocklists. So erkennst du schnell, ob eine Liste etwas bringt oder überflüssig ist.
Fazit
Mit den richtigen Pi-hole Sperrlisten machst du dein gesamtes Netzwerk spürbar sicherer, schneller und werbefrei. Wähle Blocklists passend zu deinen Zielen – Werbung, Tracking, Malware oder Jugendschutz –, starte mit einer soliden Grundauswahl und aktualisiere sie regelmäßig per Gravity-Update. Ergänzt um eine gepflegte Whitelist gegen Overblocking surfst du damit nicht nur ohne störende Werbung, sondern auch deutlich geschützter im Internet.
