Technik und Einbau: was die Bildqualität wirklich bestimmt
Dashcams werden über Megapixel verkauft, und das ist die am wenigsten aussagekräftige Zahl der ganzen Kategorie. Was tatsächlich über brauchbare Aufnahmen entscheidet, steht meist gar nicht auf der Verpackung.
Die Rangfolge, die zählt
| Faktor | Einfluss auf die Aufnahme |
|---|---|
| Gegenlichtverhalten (HDR/WDR) | entscheidet über Nachtaufnahmen |
| Bildwinkel | bestimmt das Detail in der Bildmitte |
| Sensor | Lichtempfindlichkeit |
| Bitrate | ob Bewegung in Blöcke zerfällt |
| Auflösung | nachrangig |
| Megapixelangabe | oft hochgerechnet, ohne Aussagewert |
Die erste Zeile ist die Antwort auf die häufigste Enttäuschung. Nachts ist das Kennzeichen nicht zu dunkel, sondern von den Scheinwerfern überstrahlt – dagegen hilft HDR, nicht mehr Auflösung.
Die Themen im Einzelnen
- Auflösung und Nachtsicht – warum 2,5K bei 140° mehr liest als 4K bei 170°
- Ein, zwei oder drei Kanäle – die Heckkamera ist wichtiger, als die meisten denken
- GPS, WLAN und App – nützlich, und in einem Punkt zweischneidig
- Speicherkarte – das Bauteil, das als Erstes ausfällt, und zwar still
- Montage und Position – hinter den Innenspiegel, ins Wischerfeld
- Kabel verlegen – der Weg durchs Fahrzeug, und wo der Airbag liegt
Drei Punkte, die beim Kauf übersehen werden
1. Die Heckkamera schlägt die bessere Frontkamera
Der Auffahrunfall ist der häufigste Schadenstyp – und genau den sieht die Frontkamera nicht. Der Aufpreis für 4K vorne ist in einem zweiten Kanal besser angelegt: Ein, zwei oder drei Kanäle.
2. Die beiliegende Speicherkarte ist meist die falsche
Eine Dashcam beschreibt dieselben Speicherzellen rund um die Uhr. Normale Karten halten das nicht aus, und ihr Ausfall fällt nicht auf – die Kamera zeigt weiter ein Livebild. Deshalb: High Endurance, und einmal im Monat nachsehen, ob wirklich Aufnahmen entstehen. Siehe Speicherkarte.
3. Kleine Karte ist hier besser als große
Der einzige Fall, in dem weniger Speicher der bessere Kauf ist. Eine kleine Karte hält die Aufzeichnungsdauer von selbst kurz – genau das, was die Aufsichtsbehörden erwarten, siehe Dashcam erlaubt?.
Der Einbau in fünf Sätzen
Die Kamera gehört hinter den Innenspiegel, im Wischerfeld, auf etwa halber Scheibenhöhe. Das Kabel läuft durch die Dachhimmelfuge, an der A-Säule vorbei und im Türgummi nach unten – ohne Bohren.
In der A-Säule liegt der Vorhangairbag. Dort nichts befestigen und im Zweifel außen am Türgummi entlanggehen. Beides ausführlich unter Montage und Position und Kabel verlegen.
Soll ein Parkmodus dazukommen, endet das Kabel nicht am Zigarettenanzünder, sondern am Sicherungskasten – der Bereich Strom und Parkmodus behandelt das.
