Snap hat offizielle Details zum Marktstart seiner Augmented-Reality-Brille Specs bekannt gegeben. Die Datenbrille besitzt ein integriertes Display, kommt ohne gekoppeltes Smartphone aus und soll ab Herbst 2026 zu einem Preis von 2.195 US-Dollar in den USA, Großbritannien und Frankreich ausgeliefert werden.
Nach Unternehmensangaben stecken elf Jahre Entwicklungsarbeit und mehr als drei Milliarden US-Dollar an Investitionen in dem Projekt. Vorbestellungen nimmt das Unternehmen bereits seit Juni gegen eine rückzahlbare Anzahlung von 200 US-Dollar entgegen. Für den Netzzugang kooperiert Snap mit Mobilfunkanbietern: In den USA arbeitet der Konzern mit Verizon zusammen, in Großbritannien mit EE und in Frankreich mit Orange.
Zwei Snapdragon-Chips und bis zu 20 Stunden Laufzeit
Im Inneren der Brille arbeiten zwei Prozessoren vom Typ Snapdragon. Das System deckt ein Sichtfeld von 51 Grad ab und wird über Handtracking bedient, wobei AR-Inhalte dem Nutzer im Raum folgen. Eine Datenschutz-LED ist mittig an der Brille angebracht. Snap bietet das Modell in zwei Größen an: mit 47 Millimetern bei einem Gewicht von 132 Gramm sowie mit 52 Millimetern bei 136 Gramm.
Die reine Akkulaufzeit der Brille ist mit vier Stunden angegeben. Wer längere Laufzeiten benötigt, kann ein sogenanntes Cellular-Case mit eigener Datenanbindung für rund 200 US-Dollar erwerben, das vier zusätzliche Ladezyklen bereithält und die Gesamtlaufzeit auf bis zu 20 Stunden erweitert. Im Paket als Specs Connected Case Bundle verlangt der Hersteller 2.395 US-Dollar.
Funktionsumfang zwischen Multimedia und Enterprise
Softwareseitig unterstützt die Brille Telefonate, Fotos sowie Video- und Musik-Streaming über YouTube, HBO Max und Spotify. Hinzu kommen 3D-Shopping über Shopify, Basketball-Inhalte der NBA und WNBA sowie eine Live-Übersetzung für 60 Sprachen. Der KI-Dienst Specs Intelligence startet zunächst in den USA für Nutzer ab 18 Jahren und ist für die Brille selbst sowie für iPhone und Mac verfügbar. In ersten Vorabtests zeigte der Assistent allerdings Verzögerungen: Eine einfache YouTube-Suche nahm rund 15 Sekunden in Anspruch.
Neben Endverbrauchern zielt Snap verstärkt auf die Industrie. Über ein eigenes Partnerprogramm arbeitet das Unternehmen mit Salesforce, AWS, NVIDIA, Trifork und Hololight zusammen, um Szenarien wie Fernwartung (Remote Support), Außendienst und Einzelhandel abzudecken.
Markteinordnung und Empfehlung für Interessierte
Mit einem Preis von 2.195 US-Dollar positioniert sich die Specs deutlich über dem Massenmarkt: Das Gerät ist etwa dreimal so teuer wie eine Meta Ray-Ban Display und fast siebenmal so teuer wie herkömmliche Smart Glasses. Nach Erhebungen des Marktforschers IDC dominiert Meta das Segment derzeit mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent. Display-Brillen stellen mit prognostizierten 12,2 Millionen Einheiten bis 2030 gegenüber displaylosen Modellen (27,3 Millionen) weiterhin das kleinere Marktsegment dar, wie Borncity berichtet.
Aufgrund des hohen Anschaffungspreises und der noch spürbaren Trägheit der KI-Funktionen richtet sich die Specs vor allem an Entwickler, Unternehmen und professionelle Erstanwender.
Quellen: Borncity.com

















