Der Batteriehersteller CATL hat auf der Messe IAA Transportation in Hannover seine modulare Batterieplattform Tectrans II für Nutzfahrzeuge vorgestellt. Das neue System soll in der Maximalausstattung eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen und richtet sich an Hersteller von schweren Elektro-Lkw im Fernverkehr.
Megawatt-Laden und gesteigerte Energiedichte
Technisch erreicht die Tectrans-II-Plattform eine Energiedichte von 170 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg). Laut Unternehmensangaben übertrifft dieser Wert den derzeitigen Branchendurchschnitt um rund 13 Prozent. Neben der vergrößerten Kapazität setzt CATL auf Megawatt-Ladetechnologie: Damit sollen sich die Batterien innerhalb von 25 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität aufladen lassen. Die sogenannte Round Trip Efficiency (RTE) – das Maß für den Wirkungsgrad zwischen geladener und wieder abgegebener Energie – beziffert der Hersteller auf 96 Prozent.
Laufleistung von 1,5 Millionen Kilometern
Für den gewerblichen Einsatz verspricht CATL eine Lebensdauer von zwölf Jahren beziehungsweise eine Laufleistung von 1,5 Millionen Kilometern. Nach dieser Distanz soll die verbleibende Restkapazität des Akkus noch bei 70 Prozent liegen. Durch den modularen Aufbau der Plattform sollen Fahrzeughersteller zudem profitieren: Laut CATL sinkt der Entwicklungsaufwand für Neufahrzeuge um die Hälfte, während sich die Forschungs- und Entwicklungskosten um 60 bis 70 Prozent reduzieren lassen.
Begleitend zur Messepräsentation unterzeichnete der Hersteller eine Absichtserklärung mit dem Logistikkonzern DHL. Ziel ist die Errichtung sogenannter „Green Freight Corridors“ in Europa, um emissionsfreie Transportkorridore entlang wichtiger Handelsrouten auszubauen.
Marktstellung und Perspektiven für den Fernverkehr
Bislang gilt die geringe Reichweite bei gleichzeitig langen Ladezeiten als wesentliches Hindernis für den Umstieg vom Diesel-Lkw auf den Batterieantrieb im Fernverkehr. Kann die Tectrans II die angekündigten Ladezeiten und Reichweiten im Realbetrieb unter voller Nutzlast halten, würde dies die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrer-Ruhezeiten für Ladevorgänge nutzbar machen. Allerdings bleibt der Ausbau der dafür erforderlichen Megawatt-Ladeinfrastruktur entlang europäischer Autobahnen die zentrale Voraussetzung für einen flächendeckenden Einsatz.
CATL untermauert mit der Neuvorstellung seine Marktposition im Nutzfahrzeugsegment. Nach Daten des Marktforschungsinstituts SNE Research erzielte das Unternehmen zwischen Januar und Juli 2026 weltweit einen Absatz von 289,6 Gigawattstunden (GWh), was einem Marktanteil von 39,9 Prozent entspricht. Auf dem chinesischen Heimatmarkt lag der Anteil im ersten Halbjahr 2026 bei 44 Prozent im E-Nutzfahrzeugbereich und bei über 60 Prozent bei schweren Lastwagen. Weltweit sind laut Hersteller bereits über zwei Millionen Nutzfahrzeuge mit Akkus von CATL ausgerüstet.
Quellen: Borncity.com





