Der Discounter Lidl und das schwedische Frachttechnologie-Unternehmen Einride haben ein gemeinsames Pilotprojekt für den deutschen Straßengüterverkehr angekündigt. Im Mittelpunkt der Kooperation steht der Einsatz von vollautonomen, elektrisch angetriebenen Lastkraftwagen zur Belieferung von Filialen. Die beiden Partner stellten das Vorhaben auf der Branchenmesse IAA Transportation in Hannover vor.
Fahrerlose E-Lkw im Praxisversuch
Das Besondere an dem Vorhaben ist die Bauweise der eingesetzten Fahrzeuge: Es handelt sich um kabinenlose Elektro-Lkw. Da die Fahrzeuge konstruktionsbedingt über kein klassisches Fahrerhaus verfügen, ist kein Raum für einen menschlichen Fahrer an Bord vorgesehen. Die Steuerung und Navigation erfolgen automatisiert über die bordeigenen Systeme und Softwareplattformen von Einride nach SAE-Level 4.
Ziel des Projekts ist die Erprobung der autonomen Filialbelieferung unter realen Verkehrs- und Betriebsbedingungen auf deutschen Straßen. Im hessischen Edermünde bei Kassel pendelt der Lkw im echten Lieferbetrieb auf einer rund 400 Meter langen öffentlichen Strecke zwischen einem Verteilzentrum und einer Filiale, um Trockensortiment zu transportieren.
Bedeutung für Logistik und Transportsektor
Für den Einzelhandel und die Logistikbranche markiert der Test einen beachtenswerten Schritt. Der Einsatz von elektrischen Nutzfahrzeugen reduziert lokale Emissionen bei Transportfahrten zwischen Verteilzentren und Verkaufsstellen. Durch den Wegfall des Fahrerhauses können Fahrzeuge zudem spezifisch auf das reine Ladevolumen und aerodynamische Effizienz hin konstruiert werden.
Gleichzeitig stellt der Verzicht auf Personal an Bord hohe Anforderungen an Genehmigungsverfahren und die Zuverlässigkeit der Systeme. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilte für den festgelegten Betriebsbereich eine entsprechende Genehmigung. Der Testlauf ist zunächst auf eine vier Monate lange Projektphase angesetzt. Das Fahrzeug darf dabei höchstens 25 km/h fahren und wird aus einem Control Tower überwacht sowie vor Ort von einem Mitarbeiter in einem separaten Begleitfahrzeug betreut.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Endkunden ändert sich beim Einkauf vorerst nichts. Verkehrsteilnehmer können dem ungewöhnlichen Fahrzeug ohne Fahrerkabine im Umfeld des teilnehmenden Standorts in Edermünde im Straßenbild begegnen. Das Projekt dient als Testlauf, um die Machbarkeit und Sicherheit fahrerloser Schwerlasttransporte im regulären Lieferverkehr zu bewerten.
Quellen: Stadt-Bremerhaven



