Wer viel im Terminal arbeitet – besonders per SSH auf Servern – kommt an tmux kaum vorbei. Der „Terminal Multiplexer“ lässt Sitzungen im Hintergrund weiterlaufen und teilt ein Fenster in mehrere Bereiche. In dieser Anleitung lernst du, mit tmux Terminal-Sessions effizient zu verwalten: Sessions, Fenster und Panes samt der wichtigsten Tastenkürzel.
- Warum tmux?
- Installation und erste Session
- Der Präfix – das Herzstück von tmux
- Sessions verwalten
- Bereiche (Panes) sinnvoll nutzen
- Scrollen und Text kopieren
- tmux anpassen mit ~/.tmux.conf
- Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen tmux und screen?
- Bleiben meine tmux-Sessions nach einem Neustart erhalten?
- Kann ich die Tastenkürzel anpassen?
- Fazit
Warum tmux?
Der größte Vorteil: tmux-Sitzungen laufen unabhängig von deiner Verbindung weiter. Bricht die SSH-Verbindung ab oder schließt du das Terminal, läuft dein langer Prozess einfach weiter – du verbindest dich später wieder und machst da weiter, wo du aufgehört hast. Dazu kommt die Möglichkeit, mehrere Bereiche gleichzeitig im Blick zu haben.
Installation und erste Session
sudo apt install -y tmuxEine benannte Session startest du so:
tmux new -s arbeitDer Präfix – das Herzstück von tmux
Fast alle tmux-Befehle beginnen mit dem Präfix Strg+b. Du drückst also erst diese Kombination, lässt los und drückst dann die eigentliche Taste. Die wichtigsten Kürzel:
| Kürzel (nach Strg+b) | Funktion |
|---|---|
d | Session abkoppeln (detach) – läuft im Hintergrund weiter |
c | Neues Fenster erstellen |
n / p | Nächstes / vorheriges Fenster |
% | Bereich (Pane) vertikal teilen |
" | Bereich horizontal teilen |
Pfeiltasten | Zwischen Bereichen wechseln |
Sessions verwalten
Hast du eine Session mit Strg+b dann d abgekoppelt, findest du sie jederzeit wieder. Alle laufenden Sessions listest du auf:
tmux lsUnd verbindest dich wieder mit der gewünschten:
tmux attach -t arbeitGenau das macht tmux so wertvoll auf per SSH verwalteten Servern: Ein Update oder Backup läuft weiter, auch wenn die Verbindung abbricht.
Bereiche (Panes) sinnvoll nutzen
Mit geteilten Bereichen behältst du mehrere Dinge gleichzeitig im Blick – etwa links ein laufendes Log und rechts die Kommandozeile. Einen Bereich schließt du einfach mit exit oder Strg+d. So baust du dir schnell ein übersichtliches Arbeits-Layout.
Scrollen und Text kopieren
Ein häufiger Stolperstein für Einsteiger: Im tmux-Fenster funktioniert das normale Scrollen mit der Maus oft nicht wie gewohnt. Stattdessen gibt es den Copy-Mode. Du aktivierst ihn mit Strg+b und dann [ und scrollst anschließend mit den Pfeiltasten oder Bild-hoch/runter durch die Ausgabe. Mit q verlässt du den Modus wieder. So blätterst du bequem durch lange Log-Ausgaben.
tmux anpassen mit ~/.tmux.conf
Über die Datei ~/.tmux.conf passt du tmux an deine Vorlieben an. Beliebte Anpassungen sind ein anderer Präfix, aktiviertes Mausverhalten oder eine übersichtlichere Statusleiste. Nach Änderungen lädst du die Konfiguration mit tmux source-file ~/.tmux.conf neu, ohne die Session zu verlieren.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen tmux und screen?
Beide sind Terminal-Multiplexer mit ähnlichem Zweck. tmux gilt als moderner, flexibler konfigurierbar und wird aktiver gepflegt – für neue Setups ist es die empfehlenswerte Wahl.
Bleiben meine tmux-Sessions nach einem Neustart erhalten?
Nein, ein Server-Neustart beendet alle Sessions. Für persistente Layouts über Reboots hinweg gibt es Plugins wie tmux-resurrect, die den Zustand speichern.
Kann ich die Tastenkürzel anpassen?
Ja, über die Datei ~/.tmux.conf. Viele ändern z. B. den Präfix von Strg+b auf das ergonomischere Strg+a.
Fazit
tmux macht das Arbeiten im Terminal deutlich komfortabler und sicherer: Sitzungen laufen im Hintergrund weiter, und geteilte Bereiche schaffen Übersicht. Merke dir vor allem den Präfix Strg+b, das Abkoppeln mit d und das Wiederverbinden per tmux attach. Gerade bei langen Aufgaben auf Servern willst du es nie wieder missen.

