Ein Serverausfall ohne Backup ist der Albtraum jedes Homelabs. Zum Glück bringt Proxmox mit vzdump ein solides Backup-System von Haus aus mit. In dieser Anleitung richtest du ein Proxmox Backup ein – manuell und als geplanten Job – verstehst die Backup-Modi und lernst, wie du eine VM oder einen Container wiederherstellst.
Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn du es im Ernstfall auch zurückspielen kannst. Unter Proxmox VE ist vzdump das zentrale Werkzeug, um virtuelle Maschinen und Container konsistent zu sichern – egal ob manuell, per Zeitplan oder auf einen dedizierten Proxmox Backup Server. In dieser Anleitung richtest du automatische Sicherungen ein, wählst den passenden Backup-Modus und lernst, wie du eine Sicherung im Notfall wiederherstellst.
- Warum regelmäßige Backups?
- Die drei Backup-Modi
- Manuelles Backup erstellen
- Geplante Backups einrichten
- Aufbewahrung (Retention) festlegen
- Eine VM wiederherstellen
- Backups auf einen Proxmox Backup Server
- Die drei Backup-Modi verstehen
- Aufbewahrung und Speicherplatz planen
- Wiederherstellung im Ernstfall
- Häufige Fragen
- Kann ich einzelne Dateien aus einem Backup extrahieren?
- Wie oft sollte ich sichern?
- Beeinträchtigt das Backup die Performance?
- Fazit
Warum regelmäßige Backups?
Ein RAID schützt vor Festplattenausfall, aber nicht vor versehentlichem Löschen, fehlerhaften Updates oder Ransomware. Nur ein echtes Backup bringt deine VMs und LXC-Container im Ernstfall zurück. Proxmox sichert dabei komplette Maschinen inklusive Konfiguration – ideal für eine schnelle Wiederherstellung.
Die drei Backup-Modi
Beim Sichern kannst du zwischen drei Modi wählen, die sich in Konsistenz und Ausfallzeit unterscheiden:
| Modus | Beschreibung | Ausfallzeit |
|---|---|---|
| Snapshot | Sicherung im laufenden Betrieb über einen Snapshot | Keine (Standard) |
| Suspend | Maschine wird kurz pausiert und dann gesichert | Kurz |
| Stop | Maschine wird heruntergefahren, gesichert und neu gestartet | Am längsten, dafür maximal konsistent |
Für die meisten Fälle ist Snapshot die richtige Wahl. Nur bei besonders sensiblen Datenbanken kann Stop sinnvoll sein.
Manuelles Backup erstellen
Am schnellsten geht es in der Oberfläche: Wähle eine VM oder einen Container aus, klicke auf Backup → Backup now, wähle Ziel-Storage, Modus und Kompression. Alternativ per Kommandozeile mit vzdump und der VM-ID:
# VM/Container mit ID 100 als Snapshot mit zstd-Kompression sichern
vzdump 100 --storage local --mode snapshot --compress zstdAls Kompression ist zstd empfehlenswert – es ist schnell und komprimiert gut.
Geplante Backups einrichten
Wirklich sicher bist du erst mit automatischen Backups. Die legst du zentral an: Gehe im linken Baum auf Datacenter → Backup → Add und konfiguriere den Job:
- Storage: Ziel für die Backups auswählen.
- Schedule: Zeitplan festlegen (z. B. täglich um 2:00 Uhr).
- Selection mode: alle oder ausgewählte VMs/Container.
- Mode: in der Regel Snapshot.
- Compression: zstd.
Proxmox führt den Job dann automatisch aus – ganz ohne eigenen Cronjob. Für andere Automatisierungen unter Linux ist crontab übrigens das passende Werkzeug.
Aufbewahrung (Retention) festlegen
Ohne Begrenzung läuft dein Backup-Storage voll. Über die Retention-Einstellungen im Backup-Job legst du fest, wie viele Sicherungen behalten werden – etwa nach dem Muster „die letzten 7 täglich, 4 wöchentlich, 6 monatlich“. Ältere Backups löscht Proxmox dann automatisch.
Eine VM wiederherstellen
Der Ernstfall: Wähle in der Oberfläche den Storage mit deinen Backups, markiere die gewünschte Sicherung und klicke auf Restore. Du kannst dabei eine neue VM-ID vergeben, um das Original nicht zu überschreiben. Per Kommandozeile stellst du einen Container so wieder her:
# Container aus einem Backup unter neuer ID 200 wiederherstellen
pct restore 200 /var/lib/vz/dump/vzdump-lxc-100-XXXX.tar.zstBackups auf einen Proxmox Backup Server
Für inkrementelle Backups und Deduplizierung lohnt sich der Proxmox Backup Server (PBS) als separates Ziel. Er spart massiv Speicherplatz, weil nur geänderte Datenblöcke gesichert werden. Wie du ein vorhandenes Datastore einbindest, zeigt PBS-Datastore hinzufügen. Einzelne Sicherungen kannst du bei Bedarf auch per WinSCP herunterladen.
Die drei Backup-Modi verstehen
vzdump kennt drei Modi, die sich in Datenkonsistenz und Ausfallzeit unterscheiden. Die Wahl hängt davon ab, wie wichtig ein unterbrechungsfreier Betrieb ist und ob deine Gäste Snapshots unterstützen.
| Modus | Verhalten | Ausfallzeit |
|---|---|---|
snapshot | Sicherung aus einem Live-Snapshot, Gast läuft weiter | Nahezu keine |
suspend | Gast wird kurz pausiert | Gering |
stop | Gast wird heruntergefahren, sicherste Konsistenz | Hoch |
Für produktive VMs ist der snapshot-Modus der Standard, solange dein Storage (etwa ZFS oder LVM-Thin) Snapshots unterstützt. Nur wenn absolute Konsistenz wichtiger ist als Verfügbarkeit, greifst du zu stop.
Aufbewahrung und Speicherplatz planen
Ohne eine sinnvolle Aufbewahrungsstrategie füllt sich dein Backup-Storage schnell. Proxmox erlaubt dir, über Retention-Regeln festzulegen, wie viele tägliche, wöchentliche und monatliche Sicherungen behalten werden. So hältst du die Historie schlank, ohne wichtige Wiederherstellungspunkte zu verlieren.
- Lege Backups niemals auf demselben physischen Datenträger ab wie die VMs selbst.
- Nutze den Proxmox Backup Server für Deduplizierung – identische Blöcke werden nur einmal gespeichert.
- Prüfe regelmäßig, ob genug freier Speicher für den nächsten Lauf vorhanden ist.
Wiederherstellung im Ernstfall
Ein Backup, das nie getestet wurde, ist ein Risiko. Übe die Wiederherstellung mindestens einmal, bevor du dich darauf verlässt. In der Proxmox-Weboberfläche wählst du unter dem Storage die Sicherung aus und klickst auf Restore. Auf der Kommandozeile stellst du eine VM mit qmrestore und einen Container mit pct restore wieder her.
Tipp: Stelle beim Testen auf eine neue VM-ID zurück, damit du die produktive Maschine nicht versehentlich überschreibst. So verifizierst du die Integrität, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
Häufige Fragen
Die häufigsten Fragen zu Backups mit vzdump unter Proxmox.
Kann ich einzelne Dateien aus einem Backup extrahieren?
Mit dem Proxmox Backup Server ja – über den File-Restore lassen sich einzelne Dateien aus einer Sicherung herausziehen. Bei klassischen vzdump-Archiven musst du die gesamte VM oder den Container zurückspielen.
Wie oft sollte ich sichern?
Für private Server ist ein täglicher Lauf in der Nacht ein guter Kompromiss. Bei wichtigen Diensten mit häufigen Änderungen kannst du zusätzliche Sicherungen tagsüber einplanen.
Beeinträchtigt das Backup die Performance?
Im snapshot-Modus ist die Belastung gering, kann aber bei großen VMs und langsamem Storage spürbar sein. Plane Backups deshalb in Zeiten geringer Last, etwa nachts.
Fazit
Mit vzdump und einem geplanten Backup-Job ist deine Proxmox-Umgebung schnell abgesichert – Snapshot-Modus und zstd-Kompression sind für die meisten Setups ideal. Denk an eine sinnvolle Retention, damit der Speicher nicht überläuft, und teste die Wiederherstellung mindestens einmal. Weitere Proxmox-Grundlagen findest du unter Proxmox Kernel ändern.

