Google hat mit der weltweiten Einführung sogenannter Skills für seinen KI-Assistenten Gemini begonnen. Die neue Funktion ersetzt das bisherige Gems-System und erlaubt es Anwendern, wiederverwendbare Eingabeanweisungen direkt in laufende Konversationen einzubinden. Die Umstellung steht ab sofort für private Konten bereit und erreicht in Kürze auch Geschäftskunden.
Wiederverwendbare Befehle direkt im Dialog aufrufen
Skills dienen als Speicher für wiederkehrende Anweisungen und Vorgaben. Nutzer können diese Befehle innerhalb eines Chats über den Schrägstrich (/) aufrufen; Berichten zufolge plant Google künftig einen Wechsel auf das @-Symbol. Ein zentraler Vorteil gegenüber dem Vorgänger ist die Flexibilität: Skills lassen sich mit zusätzlichen Dateien wie Textdokumenten, PDFs oder Bildern verknüpfen. Zudem können Anwender mehrere unterschiedliche Skills innerhalb einer Konversation kombinieren.
Gemini kann Vorlagen zudem eigenständig aus vorangegangenen Chatverläufen erstellen oder anhand passender Prompts passende Vorschläge unterbreiten. Als primäre Einsatzbereiche nennt Google die Vorbereitung von Präsentationen, die Anpassung spezifischer Schreibstile oder die Analyse von Sachverhalten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Während Google KI-Dienste auch in Hardware integriert, etwa beim Google Home Speaker mit Gemini, adressieren Skills die direkte Text- und Dokumentenarbeit.
Zeitplan für Privatnutzer und Workspace
Die Neuerung ist für Inhaber persönlicher Google-Konten ab einem Mindestalter von 18 Jahren freigeschaltet – dies gilt auch für die kostenlose Gemini-Version. Für Google-Workspace-Kunden (Business, Enterprise, Education und Nonprofit) startet die Verteilung schrittweise:
- 5. bis 12. Oktober 2026: Einführung im Rapid Release für Workspace.
- 13. Oktober 2026: Rollout in der mobilen Gemini-App.
- 19. Oktober bis Mitte November 2026: Bereitstellung für Organisationen im Scheduled Release.
Skills werden derzeit nicht zwischen der mobilen Gemini-App und der Workspace-Umgebung synchronisiert und müssen jeweils separat gepflegt werden. Im Workspace Studio können ab sofort keine neuen „Ask a Gem“-Schritte mehr erstellt werden.
Migration von Gems und technische Einschränkungen
Bestehende Gems werden schrittweise abgeschaltet und automatisch überführt. Bei privaten Profilen wandern Gems am 17. November 2026 in die Einstellungen und werden als Skill-Entwürfe bereitgestellt. Die Unterstützung für private Gems endet im November 2026 vollständig, zeitgleich mit dem Ende des Experiments Google Opal. Für Unternehmen gelten längere Fristen: Workspace Business und Enterprise unterstützen Gems bis mindestens 1. März 2027, der Bildungsbereich bis mindestens 1. Juni 2027.
Technisch nutzen Skills den Markdown-Standard SKILL.md. Nutzer können unbegrenzt viele Vorlagen anlegen, aktiv nutzbar sind maximal 100 Skills gleichzeitig. Voraussetzung ist ein aktiviertes „Keep Activity“-Protokoll. Spezialfunktionen wie Canvas, Deep Research oder Guided Learning sowie Werkzeuge zur Video- und Musikerstellung sind vorerst nicht angebunden. Auch GitHub-Inhalte werden nicht migriert. Durch das neue Mindestalter von 18 Jahren (vorher 13 Jahre) verlieren Minderjährige zudem den Zugriff auf diese Automatisierungsfunktion.
Quellen: Borncity.com


















