Vodafone und Ericsson testen Live-Übersetzung direkt im Mobilfunknetz

Vodafone und Ericsson testen Live-Übersetzung direkt im Mobilfunknetz

Vodafone und der schwedische Netzausrüster Ericsson haben neue KI-Dienste erfolgreich direkt im Mobilfunknetz getestet. In einem gemeinsamen Versuchsaufbau wurden Telefonate in Echtzeit zwischen zwei Sprachen übersetzt und störende Hintergrundgeräusche gefiltert. Der entscheidende Vorteil für Nutzer: Für die Funktionen sind weder spezielle Smartphones noch zusätzliche Apps erforderlich, da die Verarbeitung vollständig über die Netzinfrastruktur erfolgt.

Verbindung von Kernnetz und KI-Systemen

Für den Labortest verknüpften die beiden Unternehmen einen Anwendungsserver sowie eine KI-Plattform von Vodafone mit einem KI-Gateway und Kernnetz-Komponenten von Ericsson. Sogenannte Programmierschnittstellen (APIs) – standardisierte Schnittstellen zum Datenaustausch zwischen Softwarekomponenten – sorgen dafür, dass die Telekommunikationssysteme und die KI-Plattformen während eines laufenden Telefongesprächs direkt miteinander kommunizieren.

Im Rahmen des Tests überprüften die Partner zwei zentrale Sprachdienste: eine Live-Übersetzung zwischen zwei Sprachen während des Telefonats sowie eine echtzeitfähige Geräuschunterdrückung. Letztere soll dafür sorgen, dass Anrufer auch in akustisch schwierigen Umgebungen wie an lauten Baustellen, belebten Straßen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich verständlich bleiben.

Netzwerk-Funktionen statt teurer Endgeräte

Bislang erfordern viele KI-Übersetzungen entweder moderne Oberklasse-Smartphones mit speziellen Recheneinheiten oder separat installierte Anwendungen beider Gesprächspartner. Indem Mobilfunkanbieter entsprechende Funktionen netzseitig bereitstellen, können Innovationen künftig für alle Kunden im Netz umgesetzt werden – unabhängig davon, welches Gerät genutzt wird. Zudem erhalten Netzbetreiber dadurch die Möglichkeit, die Dienstqualität bei Anrufen gezielter zu steuern.

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Der Versuch ist Teil des Gemeinschaftsprojekts „Core Network of the Future“, in dem Vodafone und Ericsson neue Ansätze für intelligente Kommunikationsnetze erproben. Ziel der Initiative ist es unter anderem herauszufinden, wie sich KI-Dienste tief in bestehende Netzstrukturen einbetten lassen.

Praxiseinsatz und Zeitplan noch offen

Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet der erfolgreiche Labortest zunächst einen Ausblick auf künftige Komfortfunktionen beim Telefonieren. Wie nah der Test bereits an einer skalierbaren Lösung ist, die zeitnah ausgerollt werden kann, dazu äußerten sich beide Unternehmen bislang nicht. Nach erfolgreicher Erprobung kann Vodafone derartige Funktionen jedoch schrittweise für Privat- und Geschäftskunden einführen.

Quellen: Computerbase.de/news

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