MediaTek Dimensity 9600 Pro: Neuer Flaggschiff-Chip für Smartphones im 2-nm-Verfahren

MediaTek Dimensity 9600 Pro: Neuer Flaggschiff-Chip für Smartphones im 2-nm-Verfahren

MediaTek hat am 15. September 2026 seinen neuen Spitzenprozessor für mobile Endgeräte präsentiert: den Dimensity 9600 Pro. Der Chip richtet sich an kommende High-End-Smartphones sowie Tablets und wird in TSMCs modernem 2-Nanometer-Verfahren (N2) gefertigt, nachdem zuvor bereits Apple mit dem A20 Pro ein Mobil-SoC in dieser Fertigungsstufe vorgestellt hatte.

Acht große Kerne ohne klassische Effizienz-Cluster

MediaTek setzt bei der Recheneinheit erneut auf das sogenannte „All Big Core“-Konzept. Anstelle traditionell kleiner, auf minimale Chipfläche getrimmter Spar-Kerne nutzt das SoC ausschließlich Performance-Kerne, die bei anspruchslosen Aufgaben stark heruntergetaktet werden. Die 2+3+3-Konfiguration nutzt Arms neue C2-Architektur: Zwei C2-Ultra-Kerne arbeiten mit bis zu 4,55 GHz (einzelne Vorabberichte sprachen von 4,45 GHz) und verfügen über jeweils 2 MB L2-Cache. Hinzu kommen drei C2-Pro-Kerne mit 4,35 GHz (je 1 MB L2-Cache) sowie drei weitere C2-Pro-Kerne mit 3,1 GHz (je 512 KB L2-Cache). Ein 16 MB großer L3-Cache und 10 MB System Level Cache komplettieren das Cluster.

Laut MediaTek steigt die Single-Core-Leistung im Vergleich zum Vorgänger Dimensity 9500 um 17 Prozent, während die Multi-Core-Leistung um 15 Prozent zulegen soll. Durch die 2-nm-Fertigung verspricht der Hersteller zugleich drastische Einsparungen beim Energiebedarf: Der Stromverbrauch soll bei Single-Core-Last um 37 Prozent und bei Multi-Core-Last sogar um 61 Prozent sinken.

Mehr Grafikleistung, LPDDR6 und UFS 5.0

Als Grafikeinheit dient die Arm Mali-G2 Ultra NX. Sie soll 27 Prozent mehr Spitzenleistung bei einem um 24 Prozent geringeren Verbrauch liefern. Die Raytracing-Leistung steigt laut Datenblatt um 18 Prozent; zudem werden KI-Upscaling, Frame-Generation und Bildraten von bis zu 185 fps unterstützt. Beim Speicher unterstützt das SoC neben LPDDR5X bereits den neuen LPDDR6-Standard (+33 Prozent Speicherbandbreite) sowie erstmals UFS-5.0-Festspeicher, der die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten gegenüber UFS 4.x verdoppeln soll.

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Für Bildverarbeitung und Konnektivität bringt der Prozessor den Bildprozessor Imagiq 1290 mit, der Kamerasensoren mit bis zu 200 Megapixeln, 8K-Videoaufnahmen bei 60 fps sowie Dekodierung für den neuen Standard VVC (H.266) unterstützt. An Funkstandards sind 5G-Advanced, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.2 integriert.

Fokus auf dauerhafte KI-Aufgaben

Einen zentralen Schwerpunkt legt MediaTek auf lokale KI-Berechnungen („On-Device AI“). Hierfür arbeiten zwei spezialisierte Recheneinheiten zusammen: Die NPU 1090 verdoppelt die Rechenleistung bei INT4-Genauigkeit gegenüber dem Vorgänger, beschleunigt Sprachmodelle mit bis zu 30 Milliarden Parametern und steigert die Token-Generierung pro Watt um 55 Prozent. Eine separate, stromsparende Hilfs-NPU (eNPU 2.0) arbeitet mit 40 Prozent weniger Energieaufwand dauerhaft im Hintergrund, um sogenannte agentische KI-Assistenten kontextbezogen auszuführen.

Einordnung und Verfügbarkeit

Mit dem Vorstoß auf 2 Nanometer positioniert sich MediaTek im Android-Segment frühzeitig gegen Qualcomms kommende Snapdragon-Generation und stärkt mit dem Dimensity 9600 Pro vor allem die eigene Position im Smartphone-Oberklassebereich.

Erste Smartphones mit dem Dimensity 9600 Pro sollen in Kürze erscheinen; als eines der ersten Modelle wurde das Oppo Find X10 Pro Max angekündigt. Wer in den kommenden Monaten ein neues Flaggschiff-Smartphone anschaffen möchte, sollte die ersten unabhängigen Testberichte abwarten. Sie werden zeigen, wie viel der versprochenen Effizienzsteigerung unter Dauerlast im alltäglichen Akkubetrieb tatsächlich ankommt.

Quellen: Heise – News, Computerbase.de/news, 9to5google, stadt-bremerhaven.de, mediatek.com, hartware.de, computerbase.de

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