Ubuntu vs. CentOS: Welche Linux-Distribution passt zu dir?

Beim Vergleich Ubuntu vs. CentOS geht es um zwei der bekanntesten Linux-Distributionen überhaupt – doch sie verfolgen sehr unterschiedliche Ziele. Während Ubuntu von Anfang an auf Benutzerfreundlichkeit und ein breites Publikum setzt, war CentOS lange die erste Wahl für stabile, unternehmenskritische Server. In diesem Ratgeber zeigen wir dir die wichtigsten Unterschiede und helfen dir bei der Entscheidung, welche Distribution zu deinem Projekt passt.

Ubuntu und CentOS im Überblick

Ubuntu wird seit 2004 von Canonical entwickelt und basiert auf Debian. Es ist sowohl auf dem Desktop als auch auf Servern und in der Cloud extrem verbreitet und gilt als besonders einsteigerfreundlich. CentOS (Community ENTerprise Operating System) war ursprünglich ein kostenloser, quelloffener Nachbau von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und damit vor allem im Serverumfeld beliebt.

Wichtig zu wissen: Das klassische CentOS Linux wurde Ende 2021 eingestellt. Nachfolger ist CentOS Stream, das nun als kontinuierlich aktualisierter Zwischenschritt vor RHEL positioniert ist. Wer weiterhin ein stabiles, RHEL-kompatibles System sucht, greift heute häufig zu Alternativen wie AlmaLinux oder Rocky Linux. Dieser Wandel ist bei der Wahl zwischen Ubuntu und CentOS entscheidend.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Ubuntu und CentOS

  1. Zielgruppe: Ubuntu richtet sich an Desktop-Nutzer, Entwickler und Server-Admins gleichermaßen. CentOS war klar auf Server und IT-Profis ausgelegt.
  2. Paketverwaltung: Ubuntu nutzt das Debian-basierte apt mit .deb-Paketen. CentOS setzt auf RPM-Pakete und den Paketmanager dnf (früher yum).
  3. Release-Zyklus: Ubuntu erscheint alle sechs Monate, LTS-Versionen alle zwei Jahre mit bis zu zehn Jahren Support. CentOS Stream wird als Rolling-Release-nahes Modell kontinuierlich aktualisiert.
  4. Community und Support: Ubuntu hat eine riesige, aktive Community und umfangreiche Dokumentation. CentOS profitiert vom RHEL-Ökosystem und Red Hats Know-how.
  5. Desktop-Umgebung: Ubuntu liefert heute standardmäßig GNOME aus (frühere Unity-Zeiten sind vorbei). CentOS setzt ebenfalls auf GNOME, ist aber primär als Server-System gedacht.
  6. Sicherheit: CentOS bringt SELinux (Security-Enhanced Linux) standardmäßig aktiv mit. Ubuntu nutzt stattdessen AppArmor, das etwas einfacher zu konfigurieren ist.
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Ubuntu vs. CentOS: Vergleichstabelle

MerkmalUbuntuCentOS (Stream)
BasisDebianFedora / RHEL-Upstream
Paketformat.deb (apt).rpm (dnf)
ZielgruppeDesktop, Entwickler, ServerServer, Enterprise, IT-Profis
Release-ModellFeste Releases + LTSRolling-Release-nah
Support-Dauer (LTS)bis zu 10 Jahrean RHEL-Zyklus gekoppelt
Standard-SicherheitAppArmorSELinux
Einstiegshürdeniedrigmittel bis hoch

Wann ist Ubuntu die bessere Wahl?

Ubuntu ist ideal, wenn du schnell und unkompliziert starten möchtest. Die Installation ist einfach, die Community-Hilfe riesig und dank LTS-Versionen bekommst du über viele Jahre stabile Updates. Auch für moderne Workloads wie Container spielt Ubuntu seine Stärken aus – zum Beispiel, wenn du Docker Compose unter Ubuntu installierst. Für Entwickler, Cloud-Server und Einsteiger ist Ubuntu meist die pragmatischere Wahl.

Wann lohnt sich CentOS (oder eine RHEL-Alternative)?

CentOS beziehungsweise das heutige CentOS Stream ist interessant, wenn du im RHEL-Ökosystem arbeitest oder Software einsetzt, die offiziell nur für Red Hat zertifiziert ist. Der Paketmanager dnf, standardmäßiges SELinux und die Nähe zu Enterprise-Standards machen es zu einer soliden Server-Basis. Auch typische Server-Dienste lassen sich damit gut betreiben – etwa ein NFS-Server für zentralen Speicher. Wer maximale Stabilität wie beim alten CentOS Linux sucht, sollte jedoch AlmaLinux oder Rocky Linux als Nachfolger prüfen.

Paketverwaltung im Alltag: apt vs. dnf

Ein spürbarer Unterschied im Arbeitsalltag ist die Paketverwaltung. Unter Ubuntu installierst du Software mit apt, aktualisierst das System mit apt update und apt upgrade und greifst auf riesige Repositories zurück. Unter CentOS läuft alles über dnf (den Nachfolger von yum) mit RPM-Paketen. Beide Ansätze lösen Abhängigkeiten automatisch auf – wer allerdings zwischen beiden Welten wechselt, muss sich an andere Paketnamen, Befehle und Konfigurationspfade gewöhnen. Für zusätzliche Software setzt Ubuntu außerdem stark auf Snaps und PPAs, während im RPM-Umfeld häufig zusätzliche Repositories wie EPEL genutzt werden.

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Sicherheit: AppArmor vs. SELinux

Beim Thema Sicherheit trennt sich die Philosophie der beiden Systeme. CentOS aktiviert standardmäßig SELinux, ein sehr granulares Mandatory-Access-Control-System, das Prozesse strikt voneinander abschottet – mächtig, aber in der Konfiguration anspruchsvoll. Ubuntu setzt auf AppArmor, das über Profile arbeitet und in der Praxis leichter zu verstehen und anzupassen ist. Beide erhöhen die Systemsicherheit deutlich; welches Modell besser passt, hängt vor allem von deinem Know-how und den Compliance-Anforderungen deines Projekts ab.

Fazit: Ubuntu oder CentOS?

Beim Duell Ubuntu vs. CentOS gibt es keinen pauschalen Gewinner – es kommt auf deinen Einsatzzweck an. Für Desktop, Entwicklung, Cloud und Einsteiger ist Ubuntu dank Benutzerfreundlichkeit und langem LTS-Support in den meisten Fällen die bessere Wahl. Im klassischen Enterprise-Serverumfeld mit RHEL-Nähe punktet CentOS Stream – wobei du wegen des Strategiewechsels von 2021 auch AlmaLinux oder Rocky Linux als stabile Alternativen im Blick behalten solltest.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist Ubuntu oder CentOS besser für Server?

Beide eignen sich für Server. Ubuntu Server ist einsteigerfreundlicher und hat eine größere Community, während CentOS/CentOS Stream durch die Nähe zu Red Hat Enterprise Linux im professionellen Enterprise-Umfeld punktet.

Wird CentOS noch weiterentwickelt?

Das klassische CentOS Linux wurde Ende 2021 eingestellt. Aktiv weiterentwickelt wird CentOS Stream. Als stabile RHEL-kompatible Nachfolger haben sich zudem AlmaLinux und Rocky Linux etabliert.

Was ist der Hauptunterschied bei der Paketverwaltung?

Ubuntu nutzt apt mit .deb-Paketen, CentOS verwendet dnf (früher yum) mit RPM-Paketen. Befehle und Paketnamen unterscheiden sich dadurch teils deutlich.

Kann ich auf beiden Distributionen dieselbe Software betreiben?

In den meisten Fällen ja. Gängige Server-Software wie Webserver, Datenbanken oder Container-Tools ist für beide verfügbar. Unterschiede gibt es vor allem bei Paketnamen, Versionen und Konfigurationspfaden.

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Welche Distribution ist einsteigerfreundlicher?

Ubuntu gilt als deutlich einsteigerfreundlicher. Die Installation, die Dokumentation und die riesige Community machen den Einstieg leichter als bei CentOS, das stärker auf erfahrene Administratoren ausgerichtet ist.

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