Chia minen unter Unraid: Docker-Setup fürs Homelab

Chia minen unter Unraid ist eine der einfachsten Möglichkeiten, ungenutzten Speicherplatz deines Homeservers sinnvoll einzusetzen. Anders als Bitcoin oder Ethereum, die auf reine Rechenleistung setzen, verwendet Chia ein Proof-of-Space-Konzept: Statt teurer Grafikkarten brauchst du vor allem viel Festplattenplatz. In diesem Tutorial zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du den Chia-Docker unter Unraid installierst, zusätzliche Laufwerke fürs Farming einbindest und deine ersten Plots erstellst.

Wie funktioniert Chia-Farming?

Wer Chia erzeugen will, stellt Speicherplatz bereit. Auf diesem werden kryptografische Nummern in sogenannten Parzellen (englisch plots) abgelegt. Um einen neuen Block zu bestimmen, sucht das Netzwerk weltweit nach den passenden Nummern. Wer mit seiner Parzelle zur Chia-Blockchain beiträgt, wird mit Chia-Coins belohnt – je mehr Parzellen du bereitstellst, desto höher deine Chancen. Weil hier kein energiehungriges Rechnen nötig ist, gilt Chia als deutlich sparsamer als klassisches Mining.

Voraussetzungen: Speicher und Arbeitsspeicher

Das Chia-Netzwerk vereint bereits weit über ein Exabyte an Speicherplatz – das entspricht rund 83.000 Festplatten mit je 12 Terabyte. Realistische Chancen hat daher nur, wer Platz für viele Parzellen bietet. Pro Parzelle solltest du folgende Ressourcen einplanen:

  • Rund 356 GB endgültiger Speicherplatz pro fertiger Parzelle (idealerweise auf einer HDD).
  • Rund 4 GB Arbeitsspeicher pro laufendem Plot-Vorgang.
  • Eine schnelle SSD als temporäres Verzeichnis zum Plotten – das schont die Farming-HDD und beschleunigt den Vorgang.
  • Für ernsthafte Erträge Platz für mindestens 100 Parzellen.

Bevor du loslegst, solltest du wissen, wie Unraid grundsätzlich aufgebaut ist. Falls dir die Plattform neu ist, hilft dir unser Überblick Was ist Unraid? beim Einstieg.

Chia-Docker unter Unraid installieren

Wer den Speicher seines Unraid-Servers dem Chia-Netzwerk zur Verfügung stellen möchte, nutzt am einfachsten den Docker-Container von Partition Pixel. Er ist im „Apps“-Tab über das Community-Applications-Plugin (CA) verfügbar. So gehst du vor:

  1. Installiere den Chia-Container von Partition Pixel über den Apps-Tab (CA).
  2. Erstelle im Ordner appdata ein neues Verzeichnis mit dem Namen chia. Hast du noch keine Chia-Wallet, überspringe die nächsten beiden Punkte.
  3. Lege in diesem Ordner eine Datei mnemonic.txt an und trage darin die 24 Wörter deiner Wallet ein – alle in einer Zeile, jeweils durch ein Leerzeichen getrennt.
  4. Wähle in der Docker-Vorlage ein temporäres Plot-Verzeichnis (vorzugsweise eine schnelle SSD), falls du direkt auf dem Server plotten möchtest.
  5. Wähle anschließend ein Ziel-Verzeichnis für die fertigen Plots (hier bevorzugt eine HDD, auf der später „gefarmt“ wird).
  6. Klicke auf Show more settings und passe bei Bedarf weitere Variablen oder Pfade an.
  7. Speichere die Änderungen und starte den Container neu.
Siehe auch  Unraid Online-Backup einrichten: Cloud-Sicherung mit Duplicati und Backblaze

Da in der mnemonic.txt die Zugangswörter zu deiner Wallet stehen, solltest du deinen Server unbedingt absichern. Wie du dein Web-Interface mit Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt, erklärt der Guide Unraid 2FA einrichten.

Weitere Festplatten fürs Farming einbinden

Hast du nicht zugewiesene oder externe Festplatten, die du zusätzlich fürs Farming nutzen willst, bindest du sie über zwei Schritte ein: einen neuen Pfad in der Docker-Vorlage und einen Eintrag in der Chia-Konfiguration. Öffne dazu zunächst die Konfigurationsdatei:

nano /mnt/user/appdata/chia/mainnet/config/config.yaml

Ergänze dort die zusätzlichen Plot-Verzeichnisse. Anschließend legst du in der Docker-Vorlage einen passenden neuen Pfad an – zum Beispiel so:

  • Config Type: Path (Pfad)
  • Container-Pfad: /plots2
  • Host-Pfad: /mnt/an_unassigned_hdd/plots/

So kann Chia auch Laufwerke ansprechen, die nicht Teil des klassischen Unraid-Arrays sind. Wie groß der Boot-Stick selbst sein muss, klärt übrigens unser Beitrag zur richtigen USB-Stick-Größe für Unraid.

Nützliche Chia-Befehle für den Einstieg

Öffne eine Konsole im Docker-Container und nutze die folgenden Befehle, um Status, Wallet und Plots zu prüfen:

venv/bin/chia farm summary
venv/bin/chia wallet show
venv/bin/chia show -s -c
venv/bin/chia plots check

farm summary zeigt dir den Status deiner Farm, wallet show den Kontostand, show -s -c die Synchronisierung und Verbindungen und plots check prüft, ob deine Parzellen fehlerfrei sind.

Plotten starten

Mit dem folgenden Befehl startest du das Erstellen einer neuen Parzelle:

venv/bin/chia plots create -b 5000 -r 2 -n 1 -t /plotting/plot1 -d /plots

Die einzelnen Parameter bedeuten:

  • -b – die Menge an Arbeitsspeicher (in MB), die du zur Verfügung stellst.
  • -r – die Anzahl der genutzten Threads.
  • -n – die Anzahl der Plots, die du in die Warteschlange stellst.
  • -t – das temporäre Verzeichnis (idealerweise auf einer schnellen SSD).
  • -d – das Zielverzeichnis für die fertige Parzelle.
Siehe auch  5 Gründe fürs Selfhosting - Weil dein Server auch mal Chef spielen will

Lohnt sich Chia-Farming wirklich?

Auch wenn Chia deutlich weniger Energie verbraucht als das Minen von Bitcoin oder Ethereum, wird die Rechenleistung streng genommen für keinen echten Nutzen aufgewendet – der Speicherplatz liegt lediglich mit Zufallsdaten voll. Konzepte wie Storj halte ich persönlich für sinnvoller: Storj ist ebenfalls eine Kryptowährung auf Ethereum-Basis, speichert aber echte Nutzerdaten in einer dezentralen Cloud. So wird der Festplattenspeicher wenigstens produktiv genutzt. Wer Chia trotzdem ausprobieren möchte, sollte das eher als Homelab-Experiment betrachten als eine verlässliche Einnahmequelle – zumal die enorme Netzwerkgröße die Erträge für Einsteiger stark begrenzt.

Fazit

Chia minen unter Unraid ist dank des Partition-Pixel-Dockers schnell eingerichtet: Container installieren, Wallet und Verzeichnisse hinterlegen, zusätzliche Festplatten in der config.yaml eintragen und mit ein paar Befehlen loslegen. Technisch ist das ein spannendes Projekt fürs Homelab und eine gute Übung im Umgang mit Docker und der Kommandozeile. Ob sich der belegte Speicherplatz finanziell lohnt, muss aber jeder für sich abwägen – nachhaltigere Alternativen wie Storj sind einen zweiten Blick wert.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Speicherplatz brauche ich, um Chia unter Unraid zu farmen?

Jede fertige Parzelle belegt rund 356 GB. Für ernsthafte Chancen auf Erträge solltest du Platz für mindestens 100 Parzellen einplanen, also mehrere Terabyte. Zusätzlich brauchst du zum Plotten eine schnelle SSD als temporäres Verzeichnis.

Welchen Docker-Container nutze ich für Chia unter Unraid?

Am einfachsten ist der Chia-Container von Partition Pixel. Du findest ihn im Apps-Tab über das Community-Applications-Plugin und musst ihn nur mit deinen Verzeichnissen und deiner Wallet konfigurieren.

Wie binde ich zusätzliche Festplatten fürs Farming ein?

Trage die zusätzlichen Plot-Verzeichnisse in der Datei /mnt/user/appdata/chia/mainnet/config/config.yaml ein und lege in der Docker-Vorlage einen passenden Pfad an, etwa Container-Pfad /plots2 mit dem Host-Pfad deiner nicht zugewiesenen HDD. So kann Chia auch Laufwerke außerhalb des Arrays nutzen.

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Wie prüfe ich, ob meine Chia-Farm läuft?

Öffne eine Konsole im Container und führe venv/bin/chia farm summary aus. Der Befehl zeigt dir den Status deiner Farm. Mit venv/bin/chia plots check prüfst du zusätzlich, ob deine Parzellen fehlerfrei sind.

Ist Chia-Farming energieeffizienter als Bitcoin-Mining?

Ja, weil Chia auf Proof of Space statt Proof of Work setzt und keine dauerhafte Rechenleistung benötigt. Der Stromverbrauch ist deutlich geringer, allerdings verschleißt intensives Plotten SSDs stark und der belegte Speicher erzeugt keinen echten Mehrwert.

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