Wer die Docker-Engine auf Ubuntu installieren möchte, bekommt mit dieser Anleitung eine saubere, aktuelle Schritt-für-Schritt-Lösung über das offizielle Docker-Repository. Diese Methode liefert immer die neueste stabile Version, lässt sich unkompliziert aktualisieren und ist für Produktivsysteme deutlich zuverlässiger als die Pakete aus den Standard-Quellen von Ubuntu. In diesem Guide klären wir zuerst die Voraussetzungen, entfernen alte Docker-Reste, richten das Repository ein und installieren anschließend Docker Engine sowie Docker Compose.
Voraussetzungen prüfen
Bevor Sie Docker installieren, sollten die minimalen Anforderungen erfüllt sein. Docker ist genügsam, dennoch hängt die tatsächlich benötigte Leistung stark von den Containern ab, die Sie später betreiben möchten.
- Arbeitsspeicher: mindestens 512 MB RAM, empfohlen sind 2 GB oder mehr.
- Festplatte: ausreichend Speicher für Images und die geplanten Container.
- CPU: abhängig von den Anwendungen, die in den Containern laufen sollen.
Unterstützte Ubuntu-Versionen
Für die Installation der Docker-Engine wird die 64-Bit-Variante einer unterstützten Ubuntu-Version benötigt. Aktuelle LTS-Releases (z. B. 22.04 oder 24.04) werden ebenfalls unterstützt; die folgende Liste zeigt gängige unterstützte Versionen:
- Ubuntu 24.04 LTS (Noble Numbat)
- Ubuntu 22.04 LTS (Jammy Jellyfish)
- Ubuntu 20.04 LTS (Focal Fossa)
- Ubuntu 18.04 LTS (Bionic Beaver)
Die Docker-Engine läuft auf den Architekturen x86_64 / amd64, armhf, arm64 sowie s390x.
Unterstützte Storage-Treiber
Die Docker-Engine unter Ubuntu unterstützt die Storage-Treiber overlay2, aufs und btrfs. Standardmäßig wird overlay2 verwendet, was für die allermeisten Szenarien die beste Wahl ist. Nur wenn Sie ein anderes Dateisystem benötigen, muss der Treiber manuell konfiguriert werden.
Alte Docker-Versionen deinstallieren
Ältere Docker-Installationen liefen unter den Paketnamen docker, docker.io oder docker-engine. Um Konflikte zu vermeiden, sollten diese vor der Neuinstallation entfernt werden:
sudo apt-get remove docker docker-engine docker.io containerd runcWar Docker bisher nicht installiert, meldet apt-get lediglich, dass keines dieser Pakete vorhanden ist – das ist völlig unkritisch und Sie können direkt fortfahren.
Docker-Repository einrichten
Bevor die Docker-Engine zum ersten Mal auf einem neuen Host installiert wird, muss das offizielle Docker-Repository eingerichtet werden. Danach lässt sich Docker jederzeit bequem über apt installieren und aktualisieren.
Paketindex und Abhängigkeiten vorbereiten
Zunächst aktualisieren Sie den APT-Paketindex und installieren die Pakete, die für den Zugriff auf ein HTTPS-Repository benötigt werden:
sudo apt-get updatesudo apt-get install \ apt-transport-https \ ca-certificates \ curl \ gnupg \ lsb-releaseOffiziellen GPG-Key hinzufügen
Damit APT die Paket-Signaturen von Docker verifizieren kann, wird der offizielle GPG-Key importiert:
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg | sudo gpg --dearmor -o /usr/share/keyrings/docker-archive-keyring.gpgDocker-Repository hinzufügen
Mit dem folgenden Befehl wird die Docker-Paketquelle passend zu Ihrer Ubuntu-Version eingetragen. Der Aufruf $(lsb_release -cs) ermittelt dabei automatisch den korrekten Codenamen Ihrer Distribution:
echo \ "deb [arch=amd64 signed-by=/usr/share/keyrings/docker-archive-keyring.gpg] https://download.docker.com/linux/ubuntu \ $(lsb_release -cs) stable" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/nullDocker-Engine installieren
Nachdem das Repository eingerichtet ist, aktualisieren Sie den Paketindex erneut, damit die neuen Docker-Pakete gefunden werden:
sudo apt-get updateAnschließend installieren Sie die Docker-Engine, die Kommandozeilen-Tools und die Container-Laufzeit containerd:
sudo apt-get install docker-ce docker-ce-cli containerd.ioOb die Installation erfolgreich war, prüfen Sie am schnellsten mit dem offiziellen Test-Image. Läuft der Container durch, ist Docker einsatzbereit:
sudo docker run hello-worldSollte dabei ein Berechtigungs- oder Zugriffsfehler auftreten, hilft in vielen Fällen ein Blick auf typische Docker-Fehlerbilder wie den Execution Error 403 der Docker-Engine.
Damit Docker-Befehle nicht bei jedem Aufruf ein vorangestelltes sudo benötigen, können Sie Ihren Benutzer der Gruppe docker hinzufügen. Nach einer erneuten Anmeldung stehen dann alle Docker-Kommandos direkt zur Verfügung:
sudo usermod -aG docker $USERBeachten Sie dabei, dass Mitglieder der Gruppe docker faktisch über Root-Rechte auf dem System verfügen. Fügen Sie daher nur vertrauenswürdige Benutzerkonten hinzu und behandeln Sie diese Berechtigung mit der entsprechenden Sorgfalt.
Docker Compose installieren
Mit Docker Compose lassen sich mehrere Container komfortabel über eine einzige YAML-Datei definieren und starten. Unter Linux können Sie die Compose-Binärdatei direkt von der Release-Seite des Compose-Projekts mit Curl herunterladen. Möchten Sie eine neuere Version installieren, tauschen Sie einfach die Versionsnummer im Link (hier 1.29.2) gegen die gewünschte Version aus:
sudo curl -L "https://github.com/docker/compose/releases/download/1.29.2/docker-compose-$(uname -s)-$(uname -m)" -o /usr/local/bin/docker-composeDanach setzen Sie die Ausführungsrechte für die heruntergeladene Datei:
sudo chmod +x /usr/local/bin/docker-composeZum Schluss überprüfen Sie die Installation mit einer Versionsabfrage:
docker-compose --versionEine ausführlichere Variante inklusive des modernen Plugins docker compose finden Sie in unserer Anleitung zum Installieren von Docker Compose unter Ubuntu und Debian. Wie Sie Ihre Container anschließend flexibel konfigurieren, zeigt der Guide zu Umgebungsvariablen in Docker Compose.
Fazit
Die Docker-Engine auf Ubuntu zu installieren ist über das offizielle Repository in wenigen Minuten erledigt: alte Reste entfernen, Repository einrichten, GPG-Key importieren und Docker sowie Docker Compose installieren. Der große Vorteil dieser Methode ist, dass Sie stets die aktuelle stabile Version erhalten und diese sich später bequem über apt upgrade aktualisieren lässt. Damit steht einer produktiven Container-Umgebung nichts mehr im Weg.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum sollte ich Docker über das Repository statt über apt install docker.io installieren?
Das Paket docker.io aus den Standard-Quellen ist oft veraltet. Über das offizielle Docker-Repository erhalten Sie die aktuelle stabile Version der Docker-Engine inklusive zeitnaher Sicherheits- und Funktionsupdates.
Wie kann ich Docker ohne sudo ausführen?
Fügen Sie Ihren Benutzer mit sudo usermod -aG docker $USER zur Gruppe docker hinzu und melden Sie sich anschließend neu an. Danach lassen sich Docker-Befehle ohne vorangestelltes sudo ausführen.
Welche Ubuntu-Versionen unterstützt Docker?
Docker unterstützt die aktuellen 64-Bit-LTS-Versionen von Ubuntu, darunter 20.04, 22.04 und 24.04, sowie die Architekturen amd64, arm64, armhf und s390x.
Was ist der Unterschied zwischen docker-compose und docker compose?
docker-compose ist die ältere, eigenständige Binärdatei (Compose V1). docker compose (mit Leerzeichen) ist das moderne, in die Docker-CLI integrierte Plugin (Compose V2) und wird heute für neue Projekte empfohlen.
Wie aktualisiere ich die Docker-Engine später?
Da Docker über das Repository installiert wurde, genügt ein sudo apt-get update gefolgt von sudo apt-get upgrade, um die Engine auf die neueste verfügbare Version zu bringen.
