Deine Nextcloud enthält Fotos, Dokumente, Kontakte – kurz: Daten, die du nicht verlieren willst. Ein Backup ist daher Pflicht. In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du ein Nextcloud Backup einrichtest: welche drei Bestandteile du sichern musst, warum der Wartungsmodus wichtig ist und wie du das Ganze automatisierst.
Ein Nextcloud Backup ist nur dann etwas wert, wenn es vollständig ist und sich im Ernstfall auch wiederherstellen lässt. Deshalb betrachten wir nicht nur, wie du Dateien, Konfiguration und Datenbank sicherst, sondern auch die bewährte 3-2-1-Strategie, das Testen der Wiederherstellung und externe Off-site-Backups. So schützt du deine Daten zuverlässig vor Hardware-Defekt, Ransomware und versehentlichem Löschen.
- Diese drei Dinge musst du sichern
- Schritt 1: In den Wartungsmodus schalten
- Schritt 2: Dateien und Config sichern
- Schritt 3: Datenbank exportieren
- Schritt 4: Wartungsmodus wieder aus
- Tipp: Nextcloud AIO bringt Backups schon mit
- Backups automatisieren
- Die 3-2-1-Backup-Regel als Grundlage
- Backups testen und wiederherstellen
- Off-site-Backups automatisch auslagern
- Häufige Fragen
- Wie oft sollte ich ein Nextcloud-Backup erstellen?
- Muss ich für ein Backup wirklich den Wartungsmodus nutzen?
- Wie lange sollte ich Backups aufbewahren?
- Fazit
Diese drei Dinge musst du sichern
Ein vollständiges Nextcloud-Backup besteht immer aus drei Teilen. Fehlt einer, ist die Wiederherstellung unvollständig:
- Das Datenverzeichnis – die eigentlichen Dateien der Nutzer.
- Die Datenbank – Metadaten, Nutzer, Freigaben, Kalender und Kontakte.
- Die Konfiguration – vor allem die Datei
config/config.php.
Schritt 1: In den Wartungsmodus schalten
Damit während des Backups keine Daten geschrieben werden, aktivierst du den Wartungsmodus über das occ-Kommando:
sudo -u www-data php occ maintenance:mode --onSchritt 2: Dateien und Config sichern
Sichere das Datenverzeichnis und die Konfiguration am besten mit rsync, das nur Änderungen überträgt:
rsync -av /var/www/nextcloud/ /mnt/backup/nextcloud/
rsync -av /var/www/nextcloud/config/ /mnt/backup/config/Schritt 3: Datenbank exportieren
Sichere anschließend die Datenbank. Bei einer MySQL/MariaDB-Datenbank geht das mit mysqldump:
mysqldump --single-transaction -u nextcloud -p nextcloud > /mnt/backup/nextcloud-db.sqlSchritt 4: Wartungsmodus wieder aus
sudo -u www-data php occ maintenance:mode --offTipp: Nextcloud AIO bringt Backups schon mit
Nutzt du die All-in-One-Variante (AIO), musst du das nicht manuell erledigen: AIO hat eine integrierte, auf BorgBackup basierende Backup-Funktion direkt in der Oberfläche. Wie du AIO betreibst, zeigt Nextcloud AIO hinter Reverse Proxy installieren.
Backups automatisieren
Verpacke die Schritte in ein Bash-Skript und lass es per Cronjob nachts laufen. So hast du ohne weiteres Zutun stets eine aktuelle Sicherung.
Die 3-2-1-Backup-Regel als Grundlage
Ein einzelnes Backup auf derselben Maschine ist besser als nichts, aber kein echter Schutz. Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel, die für ernsthafte Datensicherung den Standard bildet. Sie sorgt dafür, dass ein einzelner Vorfall – vom defekten Datenträger bis zum Wohnungsbrand – nie all deine Kopien gleichzeitig trifft.
- 3 Kopien deiner Daten insgesamt (Original plus zwei Backups)
- 2 verschiedene Medien, etwa interne SSD und externe Festplatte
- 1 Kopie außer Haus, zum Beispiel bei einem Cloud-Anbieter oder an einem zweiten Standort
Erst wenn diese drei Bedingungen erfüllt sind, kannst du dich auf dein Backup wirklich verlassen. Für die externe Kopie eignet sich ein verschlüsseltes rsync-Backup besonders gut.
Backups testen und wiederherstellen
Ein Backup, das nie getestet wurde, ist nur eine Hoffnung. Prüfe daher regelmäßig, ob sich deine Sicherung tatsächlich zurückspielen lässt. Die Wiederherstellung läuft in umgekehrter Reihenfolge zur Sicherung: Zuerst spielst du das Datenbank-Dump zurück, dann kopierst du die Dateien und die config.php an ihren Platz und passt gegebenenfalls die Berechtigungen für den Webserver-Nutzer an.
Wichtig ist, dass die Nextcloud-Version beim Restore zur gesicherten Datenbank passt. Nach dem Zurückspielen schaltest du den Wartungsmodus mit sudo -u www-data php occ maintenance:mode --off wieder aus und prüfst die Integrität über die Weboberfläche unter „Verwaltung → Übersicht“.
Plane für den ersten Testlauf am besten eine separate Umgebung ein – etwa eine virtuelle Maschine oder einen Container –, damit du deine produktive Instanz nicht gefährdest. Notiere dir dabei, wie lange die Wiederherstellung dauert und welche Schritte in welcher Reihenfolge nötig sind. Genau diese Routine entscheidet im Ernstfall darüber, ob du in Minuten oder erst nach Stunden wieder online bist.
Off-site-Backups automatisch auslagern
Damit die externe Kopie nicht in Vergessenheit gerät, solltest du sie automatisieren. Werkzeuge wie rclone übertragen deine lokalen Backups verschlüsselt zu nahezu jedem Cloud-Speicher, während restic zusätzlich deduplizierte und versionierte Snapshots anlegt. In Kombination mit einem Cronjob läuft die Auslagerung dann vollautomatisch im Hintergrund.
- rclone: Sync zu Cloud-Speichern wie S3, Backblaze oder WebDAV
- restic: verschlüsselte, deduplizierte Snapshots mit einfacher Wiederherstellung
- Aufbewahrung: alte Snapshots automatisch nach einem Zeitplan löschen
Verschlüssele die Off-site-Kopie grundsätzlich, bevor sie deinen Server verlässt – sowohl restic als auch rclone crypt erledigen das transparent. So liegen deine Fotos und Dokumente selbst dann geschützt beim Cloud-Anbieter, wenn dort einmal etwas schiefgeht. Wickle die Übertragung über ein kleines Bash-Skript ab, das nacheinander sichert, verschlüsselt, überträgt und dir am Ende eine kurze Erfolgsmeldung schickt.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich ein Nextcloud-Backup erstellen?
Das hängt davon ab, wie oft sich deine Daten ändern. Für aktiv genutzte Instanzen ist ein tägliches Backup üblich, bei geringer Aktivität reicht auch ein wöchentliches. Wichtig ist ein regelmäßiger, automatisierter Rhythmus per Cronjob statt manueller Einzelaktionen.
Muss ich für ein Backup wirklich den Wartungsmodus nutzen?
Für ein konsistentes Backup ja. Ohne Wartungsmodus können sich Dateien und Datenbank während der Sicherung ändern, was zu einem widersprüchlichen Zustand führt. Der Wartungsmodus sperrt Schreibzugriffe kurzzeitig und garantiert so eine saubere Kopie.
Wie lange sollte ich Backups aufbewahren?
Eine gängige Faustregel ist, mehrere tägliche, einige wöchentliche und ein paar monatliche Sicherungen vorzuhalten. So kannst du auch dann zurückgehen, wenn ein Problem – etwa eine versehentliche Löschung – erst nach Tagen auffällt.
Fazit
Ein gutes Nextcloud-Backup deckt immer alle drei Teile ab: Daten, Datenbank und Konfiguration – abgesichert durch den Wartungsmodus. Automatisiert per Skript und Cron bist du gegen Datenverlust bestens gewappnet. AIO-Nutzer nehmen einfach die eingebaute Backup-Funktion.

