Wo darf ich mit der Drohne fliegen? Die Zonen entscheiden

Der Kompetenznachweis sagt Dir, dass Du die Regeln kennst. Wo Du fliegen darfst, sagt er nicht. Das entscheidet der Ort – und in Deutschland ist erstaunlich viel Fläche gesperrt oder eingeschränkt, ohne dass man es sieht.

Inhaltsverzeichnis

*Dieser Text ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die amtlichen Karten und die zuständigen Behörden.*

Die vier Grundregeln

RegelWertAnmerkung
Maximale Höhe120 m über Grundgilt praktisch immer
Sichtweitedurchgehend ohne Hilfsmitteldie eigentliche Begrenzung
Menschenansammlungennicht überfliegenkein Abstandswert, sondern ein Verbot
Geo-Zonenvor jedem Start prüfenändern sich, auch kurzfristig

Die zweite Zeile bestimmt den Alltag stärker als alle anderen. Sie macht Werbeangaben über zweistellige Kilometerreichweiten bedeutungslos – was Du nicht mehr siehst, darfst Du nicht mehr fliegen. Mehr dazu unter Funkreichweite.

Wo es grundsätzlich nicht geht

  • Flughäfen und Flugplätze mit ihren Schutzbereichen.
  • Naturschutzgebiete, Nationalparks und Vogelschutzgebiete – hier gilt vielerorts ein generelles Verbot.
  • Über Bundes- und Landesbehörden, Polizei, Militär, Justizvollzug.
  • Über Krankenhäusern und Einsatzstellen von Rettungskräften.
  • Bundeswasserstraßen, Bahnanlagen und Autobahnen in bestimmten Abständen.
  • Über Wohngrundstücken fremder Leute, wenn die Drohne aufnahmefähig ist und keine Zustimmung vorliegt.

Der zweite Punkt überrascht die meisten Landschaftsfotografen. Gerade die Orte, die aus der Luft am besten aussehen – Küsten, Moore, Bergregionen – sind besonders häufig Schutzgebiete.

Der letzte Punkt ist kein Luftrecht, sondern Persönlichkeitsrecht und deshalb der häufigste Anlass für Ärger mit Nachbarn. Was Du mit den Aufnahmen machen darfst, steht unter Aufnahmen veröffentlichen.

Geo-Zonen: vor jedem Start nachsehen

Deutschland hat eine amtliche Karte der Flugbeschränkungen, die laufend gepflegt wird. Sie ist die einzige verlässliche Quelle – Herstellerapps zeigen oft nur einen Teil und sind nicht immer aktuell.

  1. Vor jedem Flug am geplanten Ort nachsehen, nicht nur beim ersten Mal.
  2. Auf zeitlich begrenzte Sperrungen achten – Großveranstaltungen, Einsätze, Übungen.
  3. Die App der Drohne nicht als alleinige Quelle nehmen. Sie kennt die deutschen Sonderregeln nur teilweise.
  4. Im Zweifel nicht starten. Eine Zone lässt sich nachlesen, ein Bußgeld nicht zurücknehmen.

Punkt 3 ist der praktisch wichtigste Hinweis. Dass die Drohne startet, heißt nicht, dass der Start erlaubt ist – die Herstellersperren decken vor allem Flughäfen ab, nicht Naturschutz.

Was in der Kategorie A1, A2 und A3 gilt

KategorieWoTypisch für
A1nah an Menschen, nicht über MenschenansammlungenDrohnen unter 250 g
A2mit Abstand zu UnbeteiligtenGeräte 900 g bis 4 kg
A3weit weg von Menschen und Bebauungalles Größere

Wichtig ist der Umkehrschluss: Eine leichte Drohne darf näher an Menschen, aber niemals über eine Menschenansammlung. Details unter Kategorien A1, A2, A3.

Der praktische Ablauf vor dem Start

  1. Zone prüfen.
  2. Umgebung ansehen: Wer ist da, wo könnte jemand hinkommen?
  3. Rückkehrhöhe einstellen – höher als alle Hindernisse.
  4. Startpunkt so wählen, dass Du die Drohne durchgehend siehst.

Was sonst noch vor den ersten Flug gehört, steht unter Erster Flug.

Fazit

120 Meter Höhe, durchgehende Sichtweite, keine Menschenansammlungen – drei Regeln, die überall gelten.

Die vierte ist die Zone, und die musst Du jedes Mal neu prüfen. Die amtliche Karte ist die verlässliche Quelle, nicht die App der Drohne.

Und die schönsten Motive liegen oft in Schutzgebieten. Das ist die häufigste Enttäuschung nach dem Kauf – besser vorher wissen.

Häufige Fragen

Wie hoch darf ich mit der Drohne fliegen?

In der Regel bis 120 Meter über Grund. Was die Drohne technisch könnte, spielt dabei keine Rolle.

Darf ich über fremde Grundstücke fliegen?

Über Wohngrundstücke fremder Leute nur mit deren Zustimmung, wenn die Drohne aufnahmefähig ist. Das ist Persönlichkeitsrecht und unabhängig vom Luftrecht.

Darf ich im Naturschutzgebiet fliegen?

Vielerorts nicht – dort gelten oft generelle Verbote. Gerade landschaftlich reizvolle Gebiete sind besonders häufig geschützt.

Reicht die App der Drohne zur Prüfung?

Nein. Herstellerapps decken vor allem Flughäfen ab und kennen deutsche Sonderregeln nur teilweise. Die amtliche Karte ist maßgeblich.

Was bedeutet Sichtweite genau?

Du musst die Drohne durchgehend ohne Hilfsmittel erkennen können – also ohne Fernglas und ohne allein auf das Kamerabild zu schauen.

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