Drohnenführerschein: wer ihn braucht und was er kostet

„Drohnenführerschein" ist ein Wort, das es amtlich gar nicht gibt – und dahinter stecken zwei völlig verschiedene Dinge. Das eine ist ein kostenloser Onlinetest, das andere eine kostenpflichtige Prüfung. Welches Du brauchst, hängt am Gewicht Deiner Drohne.

Inhaltsverzeichnis

*Dieser Text ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft des Luftfahrt-Bundesamts.*

Die beiden Nachweise

EU-Kompetenznachweis A1/A3EU-Fernpilotenzeugnis A2
Nötig ab250 g900 g (Klasse C2)
AblaufOnlinetraining plus Onlinetestzusätzlich Prüfung bei einer Stelle
Fragenrund 40deutlich mehr, anspruchsvoller
Kostenkostenloskostenpflichtig
Gültigkeitfünf Jahrefünf Jahre
WoLuftfahrt-Bundesamtanerkannte Stellen

Für die allermeisten Privatleute reicht die linke Spalte – und die kostet nichts außer einer Stunde Zeit. Der A2 wird erst bei größeren Kameradrohnen ab 900 Gramm relevant.

Wann Du gar keinen brauchst

Unter 250 Gramm ist kein Kompetenznachweis vorgeschrieben. Das ist der Grund, warum so viele Drohnen auffällig genau 249 Gramm wiegen – Einzelheiten unter Die 250-Gramm-Grenze.

Aber: Registrierung und Versicherung bleiben trotzdem Pflicht, sobald eine Kamera an Bord ist. Was „ohne Führerschein" wirklich heißt, steht unter Drohne ohne Führerschein.

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Der A1/A3 im Ablauf

  1. Beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren – das ist ohnehin nötig, siehe Drohne registrieren.
  2. Das Onlinetraining durcharbeiten. Es behandelt Luftrecht, Sicherheit, Meteorologie und Betriebsverfahren.
  3. Den Test ablegen – rund 40 Fragen im Multiple-Choice-Format, online, wiederholbar.
  4. Nachweis herunterladen und beim Fliegen mitführen.

Der Test ist wiederholbar und nicht darauf angelegt, Leute durchfallen zu lassen. Wer das Training gelesen hat, besteht ihn. Realistisch sind ein bis zwei Stunden für alles zusammen.

Wann der A2 dazukommt

Der A2 wird gebraucht, wenn Du eine Drohne der Klasse C2 – also zwischen 900 Gramm und 4 Kilogramm – näher an unbeteiligten Menschen betreiben willst.

  • Er baut auf dem A1/A3 auf, ersetzt ihn also nicht, sondern ergänzt ihn.
  • Er verlangt zusätzlich praktisches Selbststudium und eine Prüfung bei einer anerkannten Stelle.
  • Er kostet Geld – die Höhe unterscheidet sich je nach Anbieter.
  • Für Geräte unter 900 Gramm ist er nicht nötig, egal wie gut die Kamera ist.

Der letzte Punkt ist die praktische Entlastung: Die gängigen Kameradrohnen für Privatleute liegen unter 900 Gramm. Der A2 ist ein Thema für größere Geräte, nicht für den Einstieg.

Was der Nachweis nicht abdeckt

Bleibt trotzdem Deine SacheNachzulesen unter
Registrierung als BetreiberDrohne registrieren
HaftpflichtversicherungDrohnenversicherung
Geo-Zonen und FlugverboteWo darf ich fliegen
Datenschutz bei AufnahmenAufnahmen veröffentlichen

Der Nachweis bestätigt, dass Du die Regeln kennst – er erlaubt nichts. Wo Du fliegen darfst, entscheidet die Zone, nicht das Zertifikat.

Mindestalter und Gültigkeit

Für den Kompetenznachweis gilt in der Regel ein Mindestalter von 16 Jahren. Beide Nachweise sind fünf Jahre gültig und müssen danach erneuert werden – bei A1/A3 wieder online und kostenlos.

Fazit

Unter 250 Gramm: kein Nachweis nötig. Darüber: A1/A3, online, kostenlos, in ein bis zwei Stunden erledigt.

Der A2 betrifft erst Geräte ab 900 Gramm – für den privaten Einstieg praktisch nie.

Und wichtig: Kein Nachweis heißt nicht keine Pflichten. Registrierung und Versicherung gelten unabhängig davon.

Häufige Fragen

Brauche ich für meine Drohne einen Führerschein?

Ab 250 Gramm ja – den EU-Kompetenznachweis A1/A3. Darunter nicht. Registrierung und Versicherung sind davon unabhängig und gelten trotzdem.

Was kostet der Drohnenführerschein?

Der A1/A3 ist kostenlos und wird online beim Luftfahrt-Bundesamt abgelegt. Der A2 für größere Drohnen ist kostenpflichtig und verlangt eine Prüfung bei einer anerkannten Stelle.

Wie lange dauert das?

Für den A1/A3 realistisch ein bis zwei Stunden inklusive Training. Der Test ist wiederholbar.

Wie lange ist der Nachweis gültig?

Fünf Jahre. Danach muss er erneuert werden – beim A1/A3 wieder online und kostenlos.

Ab welchem Alter darf ich fliegen?

In der Regel ab 16 Jahren. Für einzelne Fälle wie sehr leichte Spielzeugdrohnen gelten Ausnahmen.

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