Balkonkraftwerk mit Speicher: das Thema mit der meisten Bewegung
Ohne Speicher verschenkst Du mittags Strom, den Du abends teuer zurückkaufst. Genau hier liegt der größte Hebel eines Balkonkraftwerks – und genau hier ist der Markt am schnellsten in Bewegung. Vor zwei Jahren gab es kaum brauchbare Geräte, heute beginnen sie bei rund 300 Euro.
Warum ein Speicher so viel ausmacht
Ein Balkonkraftwerk erzeugt dann am meisten, wenn im Haushalt am wenigsten los ist: mittags. Was in diesem Moment nicht verbraucht wird, fließt ohne jede Gegenleistung ins Netz.
| Ohne Speicher | Mit Speicher | |
|---|---|---|
| Eigenverbrauchsanteil | typisch 30 bis 40 Prozent | typisch 60 bis 80 Prozent |
| Mittagsspitze | geht ins Netz | wird eingelagert |
| Abendverbrauch | Netzstrom | eigener Strom |
| Mehrkosten | keine | 300 bis 1.100 Euro |
Die erste Zeile ist die ganze Rechnung. Ein Speicher erhöht nicht die Erzeugung – er verschiebt sie in die Stunden, in denen tatsächlich verbraucht wird. Ob sich das für Dich rechnet, klärt Lohnt sich ein Speicher.
Die drei Themen
| Thema | Kernfrage |
|---|---|
| Lohnt sich ein Speicher | Ab welchem Verbrauch trägt er sich? |
| Speicher nachrüsten | Geht das an einer vorhandenen Anlage? |
| Speicher anmelden | Muss der Speicher separat gemeldet werden? |
Die zwei Bauarten
- Speicher zwischen Modul und Wechselrichter. Er nimmt den Gleichstrom der Module auf und gibt ihn zeitversetzt an den vorhandenen Wechselrichter weiter. Günstig, einfach, funktioniert mit vielen Bestandsanlagen.
- Speicher mit eigenem Wechselrichter. Ein Komplettgerät, das Module und Netzanschluss selbst verwaltet. Teurer, dafür regelbar und oft mit Messgerät koppelbar.
Die zweite Bauart hat einen entscheidenden Vorteil: Sie kann zusammen mit einem Energiemessgerät nur so viel einspeisen, wie das Haus gerade verbraucht – statt stur die volle Leistung abzugeben. Das hebt den Eigenverbrauch noch einmal deutlich.
Was Du wissen solltest, bevor Du kaufst
- Der Speicher ändert nichts an den 800 VA. Die Grenze gilt für die Einspeisung ins Hausnetz, nicht für die Speichergröße.
- Aufstellort prüfen: Nicht jeder Speicher darf ins Freie. Temperaturbereich und Schutzklasse stehen im Datenblatt.
- Anmeldung nicht vergessen – siehe Speicher anmelden.
- Kapazität am Abendverbrauch bemessen, nicht an der Modulleistung. Mehr dazu in der Kaufberatung.
Punkt 4 ist der häufigste Fehlkauf. Ein sehr großer Speicher an einem 800-Watt-Balkonkraftwerk wird nie voll – die Anlage erzeugt an einem guten Tag kaum mehr, als in rund zwei Kilowattstunden Speicher passt.
