Speicher nachrüsten: geht das an einer bestehenden Anlage?

Die meisten kaufen erst das Balkonkraftwerk und überlegen später, ob ein Speicher dazu soll. Das ist die richtige Reihenfolge – denn erst mit ein paar Wochen Betriebsdaten weißt Du, wie viel überhaupt ungenutzt ins Netz geht. Nachrüsten funktioniert, aber es gibt zwei grundverschiedene Wege.

Inhaltsverzeichnis

Die zwei Wege

Speicher vor dem WechselrichterSpeicher mit eigenem Wechselrichter
Wo er sitztzwischen Modulen und Wechselrichterersetzt den bisherigen Aufbau
Vorhandener Wechselrichterbleibt in Betriebwird überflüssig
AnschlussGleichstromseite, MC4-SteckerModule und Steckdose neu
Preisgünstigerhöher
Regelbarkeitbegrenztmit Messgerät bedarfsgerecht
Für wenNachrüstung mit vorhandener Anlagewer ohnehin erneuert

Die erste Variante ist die eigentliche Nachrüstlösung. Der Speicher schiebt sich zwischen Module und Wechselrichter: Er nimmt tagsüber den Überschuss auf und gibt ihn abends an den vorhandenen Wechselrichter weiter, der davon nichts merkt.

Die zweite Variante ist eine Neuanschaffung mit Speicherfunktion – sinnvoll, wenn der alte Wechselrichter ohnehin ersetzt werden soll oder wenn Du die bedarfsgerechte Einspeisung willst.

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Was der Speicher können muss

  1. Zur Modulspannung passen. Die Eingangsspannung des Speichers muss den Bereich Deiner Module abdecken – steht in beiden Datenblättern.
  2. Genug PV-Eingangsleistung haben. Ein Speicher mit 800 W Eingang bremst 1.600 Wp Module aus.
  3. Die Ausgangsleistung begrenzen können, damit die 800 VA eingehalten werden – siehe was ist erlaubt.
  4. Für den Aufstellort geeignet sein. Nicht jeder Speicher darf ins Freie.

Punkt 2 ist der häufigste Fehlkauf beim Nachrüsten. Wer vier Module hat und einen Speicher mit schmalem Eingang kauft, verschenkt genau die Mittagsspitze, die er einlagern wollte.

Der Aufstellort

OrtGeeignet?Anmerkung
Balkon, überdachtmeist jaSchutzart im Datenblatt prüfen
Balkon, frei bewittertnur mit ausreichender SchutzartRegen und Frost
Innenraum, Abstellkammeridealgleichmäßige Temperatur
KellergutKabelweg zu den Modulen bedenken
Direkte SonnevermeidenHitze verkürzt die Lebensdauer

Die Temperatur ist der unterschätzte Faktor. Lithiumzellen altern bei Hitze schneller und laden bei Frost schlechter. Ein Speicher, der im Sommer in der prallen Sonne steht, verliert messbar an Lebensdauer – und im Winter nimmt er unter null Grad oft gar keine Ladung mehr an.

Was Du danach tun musst

  1. Den Eintrag im Marktstammdatenregister ergänzen – nicht neu anlegen. Wie, steht unter Speicher anmelden.
  2. Die Einspeisegrenze prüfen, falls der Speicher einen eigenen Wechselrichter mitbringt.
  3. Ein paar Wochen beobachten, ob der Speicher tatsächlich voll wird. Wenn nicht, war er zu groß.

Punkt 3 ist die Kontrolle, die kaum jemand macht – dabei ist sie aufschlussreich. Ein Speicher, der auch an sonnigen Tagen nur zur Hälfte gefüllt wird, war eine Nummer zu groß gekauft.

Wann sich Nachrüsten nicht lohnt

  • Wenn die Anlage sehr klein ist. Bei einem einzelnen Modul bleibt wenig übrig, das sich einlagern ließe.
  • Wenn Du tagsüber zu Hause bist und den Strom ohnehin direkt verbrauchst.
  • Wenn der Wechselrichter ohnehin ersetzt werden soll – dann gleich ein Komplettgerät nehmen.
  • Wenn der einzige Aufstellort dauerhaft in der Sonne liegt.

Fazit

Nachrüsten geht, und zwar meist ohne den vorhandenen Wechselrichter zu ersetzen – der Speicher setzt sich davor.

Achte auf zwei Zahlen: Eingangsspannung passend zu den Modulen und genug PV-Eingangsleistung, sonst bremst der Speicher die Anlage aus.

Und stell ihn nicht in die Sonne. Temperatur ist der Faktor, der über die Lebensdauer entscheidet.

Häufige Fragen

Kann ich einen Speicher an meine bestehende Anlage hängen?

Ja. Die übliche Nachrüstlösung sitzt zwischen Modulen und vorhandenem Wechselrichter – dieser bleibt in Betrieb und muss nicht getauscht werden.

Muss ich einen Elektriker holen?

Für die übliche Nachrüstung auf der Gleichstromseite nicht – die Verbindungen sind steckbar. Beim Anschluss ans Hausnetz gilt dasselbe wie bisher.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Auf die Eingangsspannung passend zu Deinen Modulen und auf ausreichende PV-Eingangsleistung. Ein zu schmaler Eingang verschenkt die Mittagsspitze.

Darf der Speicher nach draußen?

Nur, wenn die Schutzart es hergibt. Auch dann ist ein überdachter, schattiger Platz besser – Hitze und Frost verkürzen die Lebensdauer.

Muss ich den Speicher anmelden?

Er wird im vorhandenen Eintrag im Marktstammdatenregister ergänzt, nicht als neue Anlage angelegt.

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