Lohnt sich ein Speicher am Balkonkraftwerk? Die ehrliche Rechnung

Ein Speicher kostet oft mehr als das Balkonkraftwerk selbst. Trotzdem kann er sich rechnen – nur eben nicht für jeden. Die Rechnung ist überschaubar, und sie hängt an einer einzigen Größe: wie viel Strom Du abends verbrauchst, wenn die Sonne weg ist.

Inhaltsverzeichnis

Warum es den Speicher überhaupt braucht

Ein Balkonkraftwerk erzeugt mittags am meisten – wenn im Haushalt am wenigsten läuft. Was in diesem Moment nicht verbraucht wird, fließt ohne jede Gegenleistung ins Netz. Es gibt dafür praktisch keine Vergütung, siehe Stromzähler.

Ohne SpeicherMit Speicher
Eigenverbrauchsanteil30 bis 40 Prozent60 bis 80 Prozent
Genutzte Kilowattstunden im Jahretwa 250 bis 350etwa 500 bis 700
Ersparnis bei 35 Cent je kWhrund 90 bis 120 Eurorund 175 bis 245 Euro

Die Werte gelten für eine typische 800-Watt-Anlage mit rund 900 Kilowattstunden Jahresertrag. Die Spanne ist groß, weil der Eigenverbrauch stark vom Haushalt abhängt – Genaueres unter Ertrag realistisch.

Die Rechnung

Der Zusatznutzen eines Speichers liegt damit bei grob 80 bis 130 Euro im Jahr. Daraus folgt unmittelbar die Amortisationszeit:

SpeicherpreisZusatznutzen im JahrAmortisation
etwa 300 Euro80 bis 130 Eurorund 3 bis 4 Jahre
etwa 500 Euro80 bis 130 Eurorund 4 bis 6 Jahre
etwa 1.100 Euro80 bis 130 Eurorund 9 bis 14 Jahre

Die erste Zeile rechnet sich klar, die dritte kaum. Bei einem Speicher für über tausend Euro liegt die Amortisation in der Größenordnung der zu erwartenden Lebensdauer – dann kauft man ihn aus anderen Gründen, nicht aus wirtschaftlichen.

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Für wen er sich lohnt

HaushaltLohnt sich?Warum
Berufstätig, tagsüber außer Hausdeutlichder ganze Mittagsertrag ginge sonst verloren
Abends hoher Verbrauchdeutlichgenau dann liefert der Speicher
Homeoffice, tagsüber zu Hausewenigerder Eigenverbrauch ist ohnehin hoch
Sehr niedriger Grundverbrauchkaumes bleibt wenig zu speichern
Wärmepumpe oder E-Auto im Hausgeringder Verbrauch übersteigt das Angebot bei weitem

Die erste Zeile ist der klassische Fall und der beste. Wer werktags um acht das Haus verlässt und um achtzehn Uhr zurückkommt, verschenkt ohne Speicher fast den gesamten Tagesertrag.

Die dritte Zeile überrascht: Wer tagsüber zu Hause ist, hat den Nutzen schon ohne Speicher. Der Zusatznutzen fällt entsprechend kleiner aus.

Welche Größe

Die Kapazität bemisst sich am Abendverbrauch, nicht an der Modulleistung. Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk erzeugt an einem guten Sommertag rund vier bis sechs Kilowattstunden – davon bleibt nach dem Tagesverbrauch selten mehr als zwei bis drei übrig.

  • Rund 1 bis 2 kWh genügen den meisten Haushalten mit üblichem Abendverbrauch.
  • Rund 2 bis 3 kWh sind sinnvoll bei höherem Abendverbrauch oder größerer Modulfläche.
  • Über 3 kWh wird an einem 800-Watt-Balkonkraftwerk selten voll – das Geld ist besser in mehr Modulfläche angelegt.

Der letzte Punkt ist der häufigste Fehlkauf. Ein großer Speicher, der nie voll wird, kostet dasselbe wie ein großer Speicher, der voll wird – bringt aber nicht mehr. Die Auswahl im Einzelnen steht in der Kaufberatung.

Was in der Rechnung oft fehlt

  • Wirkungsgradverluste. Ein Speicher gibt nicht alles zurück, was er aufnimmt – rechne mit etwa zehn Prozent Verlust.
  • Eigenverbrauch des Speichers. Die Elektronik läuft rund um die Uhr mit.
  • Lebensdauer. Übliche Zellen sind auf mehrere tausend Ladezyklen ausgelegt, was viele Jahre bedeutet.
  • Steigende Strompreise verbessern die Rechnung, sinkende verschlechtern sie.

Die ersten beiden Punkte fressen zusammen einen spürbaren Teil des Gewinns und fehlen in fast jeder Herstellerrechnung.

Fazit

Ein Speicher verdoppelt ungefähr den Eigenverbrauch – das ist der Kern, und er ist real.

Bei rund 300 Euro Anschaffungspreis trägt er sich in drei bis vier Jahren. Bei über tausend Euro wird es eine Liebhaberentscheidung, keine wirtschaftliche.

Und die Größe bemisst sich am Abendverbrauch: Ein bis zwei Kilowattstunden reichen an einem 800-Watt-Balkonkraftwerk fast immer.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Speicher am Balkonkraftwerk?

Bei einem Anschaffungspreis um 300 Euro und typischem Abendverbrauch ja – die Amortisation liegt bei drei bis vier Jahren. Bei deutlich teureren Geräten wird die Rechnung schwierig.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Ein bis zwei Kilowattstunden genügen den meisten Haushalten. Mehr als drei wird an einer 800-Watt-Anlage selten voll.

Wie viel spare ich zusätzlich?

Grob 80 bis 130 Euro im Jahr gegenüber dem Betrieb ohne Speicher – abhängig von Verbrauchsprofil und Strompreis.

Lohnt er sich auch im Homeoffice?

Weniger. Wer tagsüber zu Hause ist, verbraucht den Strom ohnehin direkt – der Zusatznutzen fällt kleiner aus.

Wie lange hält so ein Speicher?

Übliche Zellen sind auf mehrere tausend Ladezyklen ausgelegt. Bei einem Zyklus pro Tag entspricht das vielen Jahren.

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