Microsoft legt seine bisher getrennten Anwendungen für Copilot und Microsoft 365 Copilot auf einer gemeinsamen Plattform zusammen. Die einheitliche Software steht für Windows, macOS, iOS, Android sowie als Web-Version bereit und soll private, berufliche sowie schulische Aufgaben an einer Stelle bündeln. Bestehende Chatverläufe und die meisten bisherigen Inhalte bleiben bei der Umstellung erhalten.
Drei Kernbereiche: Home, Code und Autopilot
Die überarbeitete Benutzeroberfläche gliedert sich künftig in die drei Hauptbereiche Home, Code und Autopilot. Technisch basiert diese Struktur laut Microsoft-Manager Jared Spataro auf Microsoft IQ sowie der Copilot Managed Runtime.
- Home: Dieser Bereich dient als Schnittstelle für Unterhaltungen und Büroaufgaben. Er integriert Office-Programme wie Word, Excel und PowerPoint, synchronisiert Daten fortlaufend und ermöglicht Live-Zusammenarbeit über direkte Erwähnungen. Zudem bindet Fabric IQ mehr als 20 Millionen semantische Modelle aus Power BI an.
- Code: Aufbauend auf Technologie von GitHub Copilot können Nutzer über Eingaben in natürlicher Sprache Anwendungen, Workflows und Dashboards erstellen. Die Ausführung erfolgt in einer geschützten Sandbox innerhalb des jeweiligen Benutzer-Tenants.
- Autopilot: Dieser Modus ist für eigenständigere Aufgabenabläufe gedacht und wird künftig eng mit Microsoft Teams verzahnt.
Zweigeteiltes Preismodell und Testphasen ab Oktober
Für die Nutzung führt Microsoft ein gestaffeltes Abrechnungsmodell ein. Grundlegende tägliche KI-Funktionen mit automatischer Modellauswahl sind über feste Nutzerlizenzen abgedeckt. Für anspruchsvollere Aufgaben wie Code-Erstellung, Autopilot, Cowork sowie Spezialmodelle wie Astra von OpenAI oder Fable von Anthropic greift ein nutzungsbasiertes Kreditsystem. Berichten zufolge liegt der Preis bei 0,01 US-Dollar pro Copilot Credit, wobei eine Cowork-Aufgabe zwischen 100 und über 700 Credits (entsprechend 1 bis über 7 US-Dollar) beanspruchen kann. Das reguläre Unternehmensabonnement für Microsoft 365 Copilot liegt laut Herstellerangaben bei 30 US-Dollar pro Person und Monat.
Der Rollout der Reiter Home und Code startet zunächst im Frontier-Programm. Die Bereiche Autopilot, eine spezielle Integrationsfunktion in Teams sowie das Feature „Today“ gehen Ende Oktober 2026 in eine geschlossene Testphase. Später im Jahr sollen die Programmierfunktionen für Abonnenten von Microsoft 365 Premium und Pro freigeschaltet werden.
Technische Basis und Schnittstellen
Unter der Haube setzt Microsoft unter Windows laut Analysen der Build-Version 154.0.4258.37 auf Edge-Chromium-Komponenten für die Darstellung der Hauptoberfläche, während ein WinUI-3-Hostprozess Steuerungsaufgaben wie Spracheingaben und Bildschirmfreigaben übernimmt. Bereits im Vorfeld wurden einige ältere Basisfunktionen wie Gruppenchats, Deep Research und die Podcast-Erstellung aus den Einstiegsversionen entfernt.
Zugleich öffnet sich die Umgebung für Unternehmensanbieter: Partner wie Smartsheet binden eigene Konnektoren über das offene Model Context Protocol an und nutzen Microsoft Entra ID zur Mandantentrennung.
Quellen: Borncity.com


















