Google stattet seine Gemini-App auf Mobilgeräten mit einem neuen Karten-Werkzeug für ortsbezogene KI-Anfragen aus. Die Funktion steht ab sofort unter Android und iOS bereit und richtet sich an Nutzer, die lokale Empfehlungen oder Informationen zu konkreten Umgebungen direkt per Prompt abfragen möchten.
Kartenausschnitte direkt in den Prompt übernehmen
Das neue Werkzeug reiht sich am Ende der mobilen Funktionsleiste ein – neben bestehenden Optionen wie Kamera, Fotos, Avatar, Dateien, Google Drive und dem persönlichen Notizsystem Notebooks. Eine Web-Version des Karten-Tools existiert Berichten zufolge bislang nicht.
Beim Öffnen des Werkzeugs lädt die App eine Live-Karte des aktuellen Standorts mit einem kreisförmigen Fokusbereich. Nutzer können den Suchradius per Zoom anpassen oder manuell einen gänzlich anderen Kartenausschnitt wählen. Über die Schaltfläche „Explore this area“ wird der markierte Bereich als sogenanntes „Map Area“-Element direkt in das Eingabefeld übernommen. Für die Antworten kombiniert Gemini die Geodaten von Google Maps mit allgemeinen Webinformationen, um etwa Einrichtungen, Treffpunkte oder Aktivitäten im gewünschten Umkreis auszugeben.
Größerer Umbau bei Gems und Befehlen geplant
Parallel zur Kartenfunktion bereitet Google technische Anpassungen an der Bedienoberfläche vor. In der Beta-Version 17.63 der Google-App wird das bisherige Schrägstrich-Kommando (/) durch das At-Zeichen (@) abgelöst, um Erweiterungen und Verknüpfungen aufzurufen. Diese Neuerung ist derzeit noch nicht flächendeckend aktiv.
Hinter der Änderung steht eine umfassende Umstrukturierung des Systems: Die bisherigen benutzerdefinierten Assistenten namens „Gems“ sollen künftig die Bezeichnung „Skills“ tragen, während „Connected Apps“ in „Connectors“ umbenannt werden. Hinsichtlich des Zeitplans gibt es voneinander abweichende Berichte. Neben dem 13. Oktober 2026 als genanntem Stichtag kursieren Übergangsfristen für eine automatische Umstellung: private Google-Konten sollen demnach im November 2026 folgen, Workspace-Konten für Unternehmen im März 2027 und Bildungseinrichtungen im Juni 2027.
Mit der Umstellung gehen auch Einschränkungen einher. Spezielle Labs-Gems sowie das Projekt Opal werden eingestellt. Die kommenden Skills unterstützen anfänglich weder Funktionen wie Canvas noch Deep Research, können nicht auf GitHub-Dateien zugreifen und sind auf maximal 100 gleichzeitig aktive Skills begrenzt.
Was Nutzer jetzt beachten sollten
Wer das Map-Tool ausprobieren möchte, benötigt die aktuelle Version der Gemini-App auf einem Smartphone mit Android oder iOS. Ein separater Webzugriff ist nicht möglich. Wer für spezifische Arbeitsabläufe noch auf ältere Gems oder Labs-Workflows setzt, sollte sich rechtzeitig auf die Migration vorbereiten, da experimentelle Varianten künftig nicht mehr interaktiv zur Verfügung stehen.
Quellen: Borncity.com

















